Folge uns auf Instagram und Facebook

Queere Community zeigt Flagge - Fahrraddemo durch Flensburg

von

Sichtbar für alle werde das respektvolle Miteinander in dieser Woche auch durch die Beflaggung des Flensburger Rathauses mit Regenbogenflaggen sowie durch Banner an der Rathausfassade - Foto: förde.news

Auch wenn aufgrund der aktuellen Covid-19 Maßnahmen die Rainbow-Days nicht in ihrer üblichen Form gemeinsam begangen und gefeiert werden können, setzt Flensburg ein deutliches Signal für eine Gesellschaft, in der alle Menschen unabhängig von ihrer sexuellen Identität frei und sicher leben können.

Zwar wird das ursprünglich für 16. - 21. Mai 2020 geplante Programm vom offenen Arbeitskreis Vielfalt nicht stattfinden. Flensburgs deutliche Botschaft gegen Diskriminierung, Gewalt und Homophobie wird aber auch dieses Jahr in die Öffentlichkeit getragen: dieses Mal gemeinsam mit der Flensburger Akzeptanz-Kampagne "Echte Vielfalt - Überall!"

Die Rainbow Days sollen unsere Gesellschaft sensibilisieren und die Botschaft aussenden, dass alle Lebensentwürfe willkommen sind - egal ob lesbisch, schwul, bi, trans*, inter*, pan-, asexuell, hetero oder irgendwo dazwischen. Denn leider gehören Vorurteile und Diskriminierungen gegenüber Menschen, die sich nicht geschlechtstypisch nach den tradierten Vorstellungen der Gesellschaft verhalten, immer noch zum Alltag.

Sichtbar für alle werde das respektvolle Miteinander in dieser Woche auch durch die Beflaggung des Flensburger Rathauses mit Regenbogenflaggen sowie durch Banner an der Rathausfassade. Weitere Beflaggungen sind im Stadtgebiet an beim Deutschen Haus, Queisser Pharma Zentrale, Eisenbahnbrücken um Stadtgebiet u.v.m zu sehen. Auch wir von Förde.news zeigen Flagge und schmücken unsere große Schaufensterscheibe.

Als besonderes Signal wird das Rathaus zudem vom 17. bis zum 21. Mai in den Farben des Regenbogens, als weltweites Symbol für Akzeptanz und Vielfalt von Lebensformen, beleuchtet. Die gemeinsame Idee von Arbeitskreis Vielfalt und Stadt Flensburg markiert zugleich ein kleines Jubiläum: Vor sechs Jahren, im Februar 2015, trat Flensburg auf Beschluss der Ratsversammlung als erste Kommune Schleswig-Holsteins dem landesweiten Bündnis für Akzeptanz und Respekt bei. Finanziert wird die Aktion von der Stadt Flensburg und dem Landesaktionsplan. Umgesetzt und geplant wurde das Lichtkonzept von der Firma " Kleene Klitsche" aus Flensburg.

Landesvorsitzender des Lesben- und Schwulenverband (LSVD) Andreas Witolla sagt bedenklich:" „Männer, die mit anderen Männern Geschlechtsverkehr haben, dürfen weiterhin kein Blut spenden“, sagt Witolla. Nur, wer vor der Spende zwölf Monaten ohne Sex gelebt hat, darf zur Spende. Im Rahmen der Sichtbarkeit wird am Montag, dem 17. Mai ein „Rainbow Ride“ stattfinden. So wird Pandemie bedingt eine Fahrraddemo durch das Stadtgebiet durch geführt. Gestartet wird von der EXE über die B199, Westerallee weiter über Duburg,Ostseebad Fahrtrichtung Zob, Hafendamm, Kielseng und über die Mürwiker Straße, Heinrichtstraße wieder zurück am Deutschen Haus vorbei zur EXE.

Gesundheitsminister Dr. Heiner Garg

Anlässlich des Internationalen Tags gegen Homophobie und Transphobie am 17. Mai 2021 freut sich Gesundheitsminister Dr. Heiner Garg über den Beitritt der Stadt Schleswig und des Kreises Schleswig-Flensburg zum Bündnis für Akzeptanz und Respekt (Lübecker Erklärung): „Eine offene, vielfältige Gesellschaft kann nur aus der Gesellschaft heraus erreicht werden. Politik kann das nicht verordnen. Sie ist aber in der Pflicht, dieses Engagement zu unterstützen! Mein Ziel bleibt ein offenes Schleswig-Holstein, in dem ein Klima der gegenseitigen Wertschätzung und des Respektes herrscht. Das gilt für alle Menschen. Ich freue mich sehr, dass das Bündnis für Akzeptanz und Respekt mit dem Beitritt der Stadt Schleswig und des Kreises Schleswig-Flensburg zur Lübecker Erklärung weiter an Breite und Bedeutung gewinnt.“

2014 hatte der Landtag – einstimmig – beschlossen, das Miteinander zu stärken, für eine offene Gesellschaft zu werben und Homophobie und Diskriminierung zu bekämpfen. Politik, Landesregierung, die LSBTIQ-Community und die Zivilgesellschaft haben gemeinsam den Aktionsplan „Echte Vielfalt“ auf den Weg gebracht. Das Bündnis ist seitdem ein wichtiger Bestandteil des Aktionsplans.

Die queere Community ist besonders von der Corona-Pandemie betroffen, da Hilfs- und Beratungsangebote stark eingeschränkt werden mussten und Begegnungen seit Ausbruch der Pandemie insgesamt nicht mehr wie gewohnt stattfinden können. Insbesondere queere Menschen sind auf Kontakte angewiesen, denn im familiären Umkreis kommt es immer noch zu Gewalt aufgrund der sexuellen Orientierung oder der geschlechtlichen Identität. Auch Veranstaltungen, die für die Sichtbarkeit der LSBTIQ*-Bewegung sehr wichtig sind, konnten nicht wie vorher organisiert und ausgerichtet werden. Dies erschwert die Arbeit der Community, die sich auch in Schleswig-Holstein seit Jahrzehnten für die Gleichberechtigung und gleichen Rechte von LSBTIQ*-Menschen einsetzt.

„Gleichberechtigung bedeutet, jeden Menschen als Menschen zu sehen, dazu muss Diskriminierung aufgrund von sexueller Orientierung oder geschlechtlicher Identitäten bekämpft und Respekt und Anerkennung für lsbtiq* Menschen gemeinsam als Gesellschaft erreicht werden“ betont Minister Garg.

 


Zurück