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Bürgerportal Nordfriesland bündelt rund 200 Online-Angebote von Kommunen und Kreis

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Frank Feddersen, Thorsten Wilcke, Dr. Wolfgang Sappert und Florian Lorenzen bei der Vorstellung des Bürgerportals Nordfriesland - Foto: Kreis Nordfriesland

Vom Sofa aus ein Gewerbe anmelden, im Wartezimmer beim Arzt schnell mal die Erlaubnis beantragen, einen Baum zu fällen – mehr als 200 Online-Angebote kommunaler Behörden sind bereits im „Bürgerportal Nordfriesland“ zu finden. Vor sechs Jahren beschloss der Bundestag das Onlinezugangsgesetz, das den Bund, die Länder und die Kommunen verpflichtete, insgesamt über 6.000 Dienstleistungen der Verwaltung zu digitalisieren. Im ersten Schritt sollten die am meisten abgefragten 575 Bürgerdienstleistungen bis 2023 digital angeboten werden. Dieses Ziel wurde bisher noch nicht erreicht. „Trotz vieler guter Ansätze fehlte eine stringente Projektführung des Bundes mit klaren Vorgaben, an denen alle Ebenen sich hätten orientieren können und müssen“, berichtete Diplom-Informatiker Thorsten Wilcke aus der Husumer Kreisverwaltung in einem Pressegespräch am 14. März.

Doch auch ohne genaue Vorgaben blieben der Kreis Nordfriesland und die nordfriesischen Ämter keineswegs untätig. „Wir haben eine gute Zusammenarbeit untereinander und mit dem Land Schleswig-Holstein. Als Ergebnis konnten wir nun mit dem Bürgerportal Nordfriesland eine Seite ins Internet stellen, die zukünftig alle kommunalen Dienstleistungen aus dem gesamten Kreisgebiet bündeln wird“, freut sich Landrat Florian Lorenzen.

Seit 2019 moderiert Thorsten Wilcke eine Arbeitsgruppe, in der die Digitalisierungs-Fachleute der kommunalen Behörden und des Kreises auf dieses Ziel hinarbeiteten. Beteiligt sind die Ämter Eiderstedt, Föhr-Amrum, Pellworm, Mittleres Nordfriesland, Nordsee-Treene, Landschaft-Sylt, Südtondern und Viöl sowie die Stadt Husum und die Gemeinde Sylt. Eine enge Kooperation dieser Art ist bisher einmalig in Schleswig-Holstein.

„Selbstverständlich ermöglichen wir es unseren Bürgerinnen und Bürgern weiterhin, auch persönlich in ihre Verwaltung zu kommen, um behördliche Vorgänge abzuwickeln“, unterstreicht Dr. Wolfgang Sappert, der Amtsdirektor des Amtes Südtondern. Das Bürgerportal sei ein zusätzlicher Weg, der für viele bequemer sein werde.

„Die vorhandenen 200 Online-Angebote sind erst der Anfang. Unser Portal wächst ständig, denn wir fügen regelmäßig neue Dienstleistungen hinzu“, ergänzt Frank Feddersen, der Leitende Verwaltungsbeamte des Amtes Nordsee-Treene.

Auch die Bürger des Kreises können sich einbringen: „Wir haben ein Kontaktformular angelegt, um es den Nutzern einfach zu machen, uns eine Rückmeldung zu geben: Finden Sie eine Dienstleistung besonders gelungen? Haben wir Fehler übersehen? Welche Dienste sollten wir als Nächstes online anbieten? Wir freuen uns über jeden Hinweis, um möglichst schnell besser zu werden“, berichtet Florian Lorenzen.

Die Redaktion des Bürgerportals hat sich bereits vorgenommen, die PDF-Formulare, die alle kommunalen Behörden für verschiedene Vorgänge anbieten, auch am Bildschirm ausfüllbar zu machen. „Bei manchen geht es bereits, andere kann man nur ausdrucken und handschriftlich ausfüllen. Das entspricht nicht mehr unseren eigenen Ansprüchen“, sagt Wilcke.

Die Behörden hoffen, dass möglichst viele Bürger sich in dem Portal registrieren und ein Service-Konto anlegen. Um Missbrauch zu vermeiden, prüfen die Ämter und der Kreis die Identität des Angemeldeten über eine Anfrage im Melderegister, bevor sie ihm schriftliche Bescheide nach Hause senden.

„Unser langfristiges Ziel ist es, dass Anträge online gestellt und Bescheide dann auch online zugestellt werden“, sagt Dr. Sappert. Auch das ist zum Teil bereits möglich, wenn Bürger ein „Service-Konto Plus“ anlegen. Dafür müssen sie sich einmalig über eine Smartphone-App mit ihrem Personalausweis registrieren.

Auch auf mobilen Geräten lässt sich das Bürgerportal nutzen. Sämtliche Kosten für die Programmierung und Einrichtung der elektronischen Geschäftsprozesse trägt das Land Schleswig-Holstein. Bei Kreis und Kommunen bleiben im Wesentlichen die Personalkosten hängen. Doch das ist gut angelegtes Geld, findet Landrat Lorenzen: „Denn mit diesem Bürgerportal schaffen wir einen echten Mehrwert für unsere Einwohner, für die regionalen Unternehmen und für uns selbst, denn die Abwicklung von Geschäftsprozessen über das Internet ist auf mittlere Sicht gesehen auch für uns die günstigere Alternative.“ Das Bürgerportal ist unter https://nordfriesland.digital zu finden.

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