Warnstreiks im Landesdienst: Winterdienst in Schleswig-Holstein erneut eingeschränkt

 |  von Thomsen / Foerde.news

Es muss mit erheblichen Verkehrseinschränkungen auf den Landes- und Bundesstraßen sowie auf Kreisstraßen gerechnet werden - Symbolfoto: Thomsen

Schleswig-Holstein – Der Landesbetrieb Verkehr Schleswig-Holstein (LBV.SH) warnt vor erheblichen Einschränkungen beim Winterdienst: Am Donnerstag, 5. Februar, wird der Räum- und Streudienst auf Landes- und Bundesstraßen sowie auf Kreisstraßen erneut bestreikt. Bereits am 5. und 20. Januar war es im „echten Norden“ zu Arbeitsniederlegungen im Winterdienst gekommen.

- Anzeige -

Kritisch ist der Zeitpunkt auch mit Blick auf die Wetterlage: Bereits am morgigen Mittwoch wird ab etwa 10 Uhr in weiten Teilen des Landes erneut Schneefall erwartet, der nach einer kurzen Pause am Donnerstag anhalten soll. Verkehrsteilnehmende müssen daher mit teils erheblichen Behinderungen rechnen, insbesondere auf nicht priorisierten Strecken.

- Anzeige -
Anzeige

Hintergrund des erneuten Ausfalls ist ein Warnstreikaufruf der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft ver.di Nord im Rahmen der laufenden Tarifrunde für den öffentlichen Dienst der Länder. Für Donnerstag, 5. Februar 2026, sind in Schleswig-Holstein Warnstreiks in allen Bereichen angekündigt, die unter die Tarifverhandlungen fallen – darunter die Landesbauverwaltung, der Küstenschutz, die GMSH, die Landesverwaltung, das Multimar Wattforum in Tönning, das UKSH in Kiel und Lübeck sowie verschiedene Hochschulstandorte. Einen Schwerpunkt bildet dabei der Landesbetrieb für Straßenbau und Verkehr; gemeinsam mit dem Landesamt für Küstenschutz und Natur sowie weiteren Dienststellen ist eine zentrale Kundgebung in Husum geplant.

- Anzeige -

Mit den Arbeitsniederlegungen will ver.di den Druck auf die Arbeitgeberseite, vertreten durch die Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL), vor der dritten Verhandlungsrunde am 11. und 12. Februar 2026 in Potsdam erhöhen. Die bisherigen Runden seien ohne ein aus Sicht der Gewerkschaft verhandlungsfähiges Angebot geblieben. „Viele Beschäftigte sind verärgert, dass es auch nach zwei Verhandlungsrunden noch immer kein Angebot gibt“, erklärt Diana Zimmermann, stellvertretende Landesbezirksleiterin von ver.di Nord. Aussagen wie „Inflation plus einen Schnaps obendrauf“ seien „völlig daneben“ und befeuerten den Konflikt. Zugleich wachse die Sorge, dass sich die Bezahlung im Länderbereich weiter vom öffentlichen Dienst von Bund und Kommunen abkoppele.

Die Warnstreiks sind eingebettet in eine von ver.di ausgerufene „Wirkungsstreikwoche“, in deren Rahmen bereits seit Montag Teile des Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH) im Warnstreik sind. Ziel sei es, durch spürbare wirtschaftliche Konsequenzen den Druck auf die Arbeitgeber zu erhöhen.

Ver.di fordert für die Beschäftigten sieben Prozent mehr Gehalt im Monat, mindestens jedoch 300 Euro zusätzlich, um insbesondere die unteren Entgeltgruppen zu stärken. Für Nachwuchskräfte sollen die Vergütungen um 200 Euro pro Monat steigen, zudem verlangt die Gewerkschaft ihre unbefristete Übernahme nach erfolgreicher Ausbildung. Darüber hinaus sollen alle Zeitzuschläge um 20 Prozentpunkte angehoben werden. Die Laufzeit des neuen Tarifvertrags (TV-L) soll zwölf Monate betragen.

Um die Verkehrssicherheit trotz der Streiks zumindest in Teilen zu gewährleisten, haben LBV.SH und ver.di eine Notdienstvereinbarung geschlossen. Die Straßenmeistereien sollen bezirksübergreifend zusammenarbeiten und sich gegenseitig unterstützen, um Gefahrenstellen – etwa an Autobahnanschlüssen, Brücken oder stark befahrenen Knotenpunkten – so weit wie möglich zu entschärfen. Dennoch ist nach Einschätzung des Landesbetriebs mit Verzögerungen und örtlich glatten oder schlecht geräumten Fahrbahnen zu rechnen.