Warnstreiks bei Böklunder und DöllingHareico: Rund 300 Beschäftigte legten die Arbeit nieder

 |  von Thomsen / Foerde.news

Rund 300 Beschäftigte streikten am Donnerstag - Fotos: Jasper Hentschel

Böklund/Satrup – In der laufenden Tarifrunde bei Böklunder in Böklund und DöllingHareico in Satrup rief die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) zu Warnstreiks auf. Beginnend mit der Nachtschicht am Mittwoch wurden die rund 2.000 Beschäftigte an den beiden Standorten die Arbeit niederlegen.

Auslöser ist das Angebot der Arbeitgeber in der zweiten Verhandlungsrunde. Dieses sieht Einstiegslöhne auf Mindestlohnniveau sowie Lohnerhöhungen von 1,3 Prozent und 1,7 Prozent bei einer Laufzeit von insgesamt 27 Monaten vor. Nach Einschätzung der NGG bedeutet dies für viele Beschäftigte angesichts der anhaltend hohen Lebenshaltungskosten reale Einkommensverluste.

„Das Angebot der Arbeitgeber wird von den Beschäftigten als Provokation wahrgenommen“, erklärt NGG-Verhandlungsführer Philipp Thom. „Die Kolleginnen und Kollegen erwarten zu Recht einen Ausgleich der gestiegenen Lebenshaltungskosten und eine Anpassung der Lohntabelle an den gestiegenen Mindestlohn. Stattdessen sollen sie über mehr als zwei Jahre hinweg Reallohnverluste hinnehmen.“

Die Tarifkommissionen der Standorte Böklund und Satrup hatten das Angebot zuvor einstimmig als unzureichend bewertet und die Warnstreiks beschlossen. Mit den Arbeitsniederlegungen wollen die Beschäftigten den Druck auf die Arbeitgeber erhöhen und Bewegung in die festgefahrenen Tarifverhandlungen bringen.

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Beim Böklunderwerk legten rund 200 Beschäftigte die Arbeit nieder und machten sich mit einem kleinen Streikmarsch zum nahegelenden Kreisverkehr. In Satrup waren rund 80 Beschäftigte beim einer mobilen Kundgebung zu einer Freifläche nahe des Zob dabei.

Die beiden Werke gehören zur Zur Mühlen Gruppe, einem Unternehmen der Tönnies-Gruppe, einem der größten Hersteller von Fleisch- und Wurstwaren in Deutschland.

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