Sturmtief „Elli“ lässt Förde über die Ufer treten – Schiffbrücke gesperrt

 |  von Thomsen / Foerde.news

Am frühen Abend drückte das Wasser zwar noch nicht über die Kaikante, aber durch die Kanalisation - Foto: Thomsen

Flensburg – Sturmtief „Elli“ hat am Freitag mit kräftigem Ostwind dafür gesorgt, dass die Flensburger Förde erstmals in diesem Jahr über die Ufer getreten ist. Bereits am Vormittag zeichnete sich ab, dass die zunächst prognostizierten Wasserstände nicht zu halten sein würden: Statt der ursprünglich angekündigten 1,20 Meter über Normalnull wird der Scheitel in der Nacht zu Sonnabend auf etwa 1,35 Meter erwartet, das dänische Modell sah zeitweise sogar bis zu 1,38 Meter voraus. Weitere Anpassungen der Prognosen waren nicht ausgeschlossen.

Zum Vergleich: Beim schweren Sturmhochwasser im Oktober 2023 lag der Wasserstand rund einen Meter höher. Dennoch führte auch das aktuelle Ereignis zu spürbaren Einschränkungen im Linien- und Individualverkehr.

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Am frühen Abend, gegen 19 Uhr, sperrte das TBZ Flensburg die Straße Schiffsbrücke für den Fahrzeugverkehr – aus Richtung Duburger Straße sowie von der anderen Seite aus ab Neue Straße. Einige Verkehrsteilnehmer missachteten die Absperrungen jedoch und fuhren verbotswidrig als „Geisterfahrer“ auf der falschen Fahrbahnseite. Anwohnende, die ihre Fahrzeuge im gefährdeten Bereich abgestellt hatten, brachten diese kurzfristig in Sicherheit.

Auch Oberbürgermeister Dr. Fabian Geyer verschaffte sich am Hafen persönlich ein Bild von der Lage. Vor Ort erklärte er, man liege „Stand jetzt doch etwas über 1,20 Metern“, der genaue Zeitpunkt des Höchststandes sei noch unklar. „Die Prognosen gehen im Moment von 1,35 Metern aus, also ein Tick höher als ursprünglich erwartet“, so Geyer. Die Stadt habe alle erforderlichen Maßnahmen eingeleitet, um auf das Hochwasser vorbereitet zu sein; man sei auch für höhere Wasserstände gerüstet.

Die mobilen Hochwasserschutzanlagen befänden sich derzeit im Bereitschaftsmodus, sagte Geyer weiter. Man stehe in engem Kontakt mit dem TBZ. „Sobald es über ein kritisches Maß hinausgeht – ich würde sagen bei etwa 1,40 bis 1,45 Metern – sind die Kolleginnen und Kollegen sofort hier unten“, so der Oberbürgermeister. Nach aktuellem Stand sei der Aufbau der mobilen Anlage voraussichtlich nicht nötig, das TBZ bewerte die Lage jedoch fortlaufend – auch über die Nacht hinweg.

Parallel dazu sichert das TBZ die besonders gefährdeten Bereiche im Hafenbereich ab. Neben der Sperrung der Schiffsbrücke wurden nach Angaben des Oberbürgermeisters zusätzliche Pumpen in Betrieb genommen: „Seit klar ist, dass es noch höher wird, haben wir zwei weitere Pumpen veranlasst, um das Wasser zur Entlastung der Kanalisation abzupumpen.“ Diese seien im Bereich Richtung Polizei und ZOB an den dortigen Pumpstationen aufgebaut worden.

Zur Information der Bevölkerung verweist die Stadt vor allem auf die amtlichen Wettermeldungen und Warnungen. „Ich kann alle nur auffordern, sich – genau wie wir – an die öffentlichen Wettermeldungen zu halten“, sagte Geyer. Die aktuellen Prognosen lägen im Bereich von 1,34 bis 1,36 Metern, daher sei es wichtig, sich regelmäßig zu informieren.

Viele Flensburgerinnen und Flensburger hatten bereits im Vorfeld eigene Schutzmaßnahmen ergriffen. Seit dem Mittag gab die Stadt Sandsäcke aus. „Die ersten 600 waren nach zwei Stunden weg“, berichtete Geyer. Insgesamt seien rund 1.200 Sandsäcke abgeholt worden – sowohl von Privatleuten als auch von Gewerbetreibenden. In zahlreichen Gebäuden seien Hochwasserschotten geschlossen worden. Feuerwehr und städtische Dienste befanden sich am Abend weiterhin in erhöhter Bereitschaft.