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Statt Millionenminus: Flensburg endet 2025 im Plus

 |  von Thomsen / Foerde.news

Im Rathaus überwiegt deshalb trotz aller Warnungen die Erleichterung - Symbolfoto: Thomsen

Flensburg – Flensburg hat das Haushaltsjahr 2025 deutlich besser abgeschlossen als erwartet. Statt eines geplanten Defizits von 13,2 Millionen Euro steht am Ende ein Überschuss von rund 700.000 Euro. Verantwortlich dafür sind vor allem unerwartet starke Gewerbesteuereinnahmen.

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Die Stadt Flensburg hat das Haushaltsjahr 2025 mit einem leichten Überschuss abgeschlossen und damit eine deutlich bessere Bilanz vorgelegt als ursprünglich erwartet. Statt eines Defizits von 13,2 Millionen Euro steht unter dem Strich ein Plus von rund 700.000 Euro. Im Rathaus ist deshalb von einer „schwarzen Null“ die Rede.

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„Wir sind sehr positiv überrascht“, sagte Oberbürgermeister Dr. Fabian Geyer bei einem Pressegespräch zum Jahresabschluss. Die ursprüngliche Annahme eines deutlichen Fehlbetrags sei angesichts der wirtschaftlichen Lage durchaus realistisch gewesen. Umso erfreulicher sei das Ergebnis nun ausgefallen. „Die Finanzen in Flensburg sind für das Jahr 2025 stabil“, betonte Geyer.

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Ausschlaggebend für die Verbesserung waren vor allem die Gewerbesteuereinnahmen. Statt der eingeplanten 98 Millionen Euro nahm die Stadt rund 108 Millionen Euro ein. Geyer sprach von einer „sehr stabilen, wenn nicht gar positiven Entwicklung“ und verwies darauf, dass Flensburg offenbar weiterhin über einen „sehr stabilen und robusten Wirtschaftsstandort“ verfüge. In Flensburg gab es im Jahr 2024  3926 angemeldet Geschäfte.

Auch Bürgermeister Henning Brüggemann unterstrich die positive Entwicklung. „Das ist im Grunde genommen das, wo wir uns sehr erfreulich überrascht fühlten“, sagte er mit Blick auf die Zahlen. Zwar seien die Ausgaben 2025 um rund 20 Millionen Euro höher ausgefallen als geplant, zugleich habe es aber 35 Millionen Euro mehr an Einnahmen gegeben. Daraus ergebe sich eine Verbesserung um fast 14 Millionen Euro gegenüber der ursprünglichen Planung.

Nach Angaben der Verwaltung ist die gute Entwicklung nicht nur auf einzelne große Betriebe zurückzuführen. Vielmehr sei die wirtschaftliche Basis der Stadt breiter geworden. „Wir haben gut 100 neue Gewerbesteuerzahler dazu bekommen“, sagte Geyer. Das sei ein wichtiges Signal für den Standort.

Finanzfachbereichsleiter Henning Dunken machte deutlich, dass die Verwaltung die Gewerbesteuer sehr genau beobachte, die Entwicklung aber nur begrenzt vorhersehbar sei. „Wir sind abhängig von allen Unternehmen vor Ort und wie die Gewinne dort sind“, sagte er. Umso bemerkenswerter sei, dass Flensburg 2025 positiv überrascht worden sei. „Wir hatten einen Ansatz von 98 Millionen und sind bei 108 rausgekommen.“

Dunken sieht darin auch eine Besonderheit im Vergleich zu anderen Städten. „Sie sind die einzige Kommune, die positiv abschließt“, sagte er mit Blick auf die kreisfreien Städte im Land, bat allerdings darum, diese Einordnung nicht direkt anderen Kommunen zuzuschreiben. Flensburg habe im Vergleich zu anderen Städten derzeit einen gewissen zeitlichen Vorsprung. „Wir sind ungefähr zwei Jahre hinter der typischen Entwicklung in den kreisfreien Städten“, erläuterte er. Während andere Kommunen bereits tief in den roten Zahlen steckten, zeige sich die negative Entwicklung in Flensburg erst mit Verzögerung.

Trotz des positiven Abschlusses dämpfte die Verwaltung die Erwartungen für die kommenden Jahre. Schon ab 2026 rechnet die Stadt wieder mit deutlichen Defiziten. Brüggemann verwies auf die Planwerte bis 2029, die bei teils rund 50 Millionen Euro jährlich liegen. „Nichtsdestotrotz sind wir sehr froh über die sehr stabilen guten Gewerbesteuereinnahmen“, sagte er. An der grundsätzlichen Problemlage ändere das aber nichts.

Geyer formulierte es ähnlich. „Wir rechnen für die nächsten Jahre nicht damit, dass wir ähnlich gute Ergebnisse haben werden“, sagte der Oberbürgermeister. Als Belastungen nannte er unter anderem hohe Sozialausgaben, steigende Kosten und fehlende Entlastungssignale von Bund und Land.

Hinzu kommt ein Nachteil der guten Entwicklung: Weil Flensburg inzwischen als finanzstarke Kommune gilt, sinken die Mittel aus dem kommunalen Finanzausgleich. Dunken beschrieb den Mechanismus so: „Roundabout ein Drittel bleibt von der Gewerbesteuer bei uns und der Rest wird gekürzt in FAG-Mitteln.“ Ein großer Teil zusätzlicher Steuereinnahmen werde also an anderer Stelle wieder ausgeglichen.

Dennoch sieht die Stadt den positiven Jahresabschluss als wichtiges Signal für die weitere Finanzplanung. Geyer erwartet, dass Flensburg bei der Kommunalaufsicht mit dem Ergebnis punkten kann. „Wir werden unsere Kommunalaufsicht sicherlich davon überzeugen können, dass wir in 2025 durchaus sehr positiv herausragen“, sagte er. Das könne auch bei der Genehmigung künftiger Haushalte und Investitionen helfen.

Gerade mit Blick auf anstehende Großprojekte wertet die Verwaltung den Abschluss als Rückenwind. Investitionen in Schulen, Infrastruktur und weitere Bauvorhaben seien notwendig und stünden weiter auf der Agenda. „Wir werden in Schulen investieren, wir werden in Bildung investieren, wir werden so viel investieren wie noch nie“, kündigte Geyer an.

Auch Brüggemann betonte, dass die Stadt nicht von Jahr zu Jahr denke, sondern strategisch plane. „Wichtig ist, dass wir uns diesen Herausforderungen stellen und keine Vogel-Strauß-Politik fahren“, sagte er. Flensburg habe einen Plan, wie die Defizite in den kommenden Jahren schrittweise reduziert werden sollen.

Im Rathaus überwiegt deshalb trotz aller Warnungen die Erleichterung. Geyer sprach von einer „vertrauensbildenden Maßnahme“ und erklärte: „Wir freuen uns, wir finden es gut, dass der Abschluss 2025 doch positiv ausgefallen ist.“