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Stadtwerke Flensburg konstant gute Zahlen - Jahresabschluss 2015

von

Rolf Helgert, Aufsichtsratsvorsitzender SWFL, Maik Render, Geschäftsführer SWFL

Im fünften Jahr der Strategie „Energie im Wandel – Kraft aus Kontinuität“ haben die Stadtwerke Flensburg ihr Geschäft nachhaltig stabilisiert. Mit einem Konzern-Umsatz von fast 400 Millionen Euro und einem Jahresüberschuss nach Steuern von 8,8 Millionen Euro nutzt das Unternehmen die Chancen des Energiemarktes und ist gut für die Zukunft aufgestellt. Das operative Ergebnis von 23,7 Millionen Euro ist das zweite gute positive Ergebnis in Folge. 

Wie sehen die Zahlen im Detail aus? Im Konzern stieg der Umsatz auf 395,7 Mio. Euro (VJ 392,2 Mio. Euro) und ist von der 400 Mio.-Euro-Marke nicht mehr weit entfernt. Annähernd analog ging der Umsatz im Kerngeschäft mit Energie und Trinkwasser nach oben (380,1 Mio. Euro zu 376,4 Mio. Euro im VJ). 

Maik Render, Geschäftsführer der Stadtwerke, ist sehr zufrieden: „Das gute Unternehmensergebnis 2015 bestätigt, dass wir unser Geschäft stabilisiert und auf eine breitere Basis gestellt haben. Diesen Weg wollen wir mit dem Geschäftsbereich Telekommunikation und dem damit verbundenen Ausbau des Glasfasernetzes in der Region konsequent weiter verfolgen. Überregional wollen wir zusätzliche Erträge mit dem für 2016 geplanten Einstieg in das bundesweite Erdgasgeschäft für Privat- und Geschäftskunden erwirtschaften.“ 

Dr. Andreas Ostmann ergänzt als verantwortlicher Geschäftsbereichsleiter für den Jahresabschluss: „Im letzten Jahr haben wir unser Projekt Kessel 12 fertig gestellt und die Anlage in den Probebetrieb genommen. Damit haben wir erstmals die volle Finanzierung mit entsprechenden Zinslasten beansprucht und die Abschreibungsphase mit Beträgen im siebenstelligen Bereich begonnen. Das wir trotz dieses nicht unbeträchtlichen Einflusses ein so gutes Ergebnis erwirtschaftet haben, bestätigt, wie gut wir heute und für die Zukunft inzwischen aufgestellt sind.“

 

Bei dem Vergleich der einzelnen Sparten der Stadtwerke dominiert mittlerweile eindeutig das Stromgeschäft.

 

Strom – Umsatz mit Endkunden wächst

Im letzten Jahr steigerten die Stadtwerke ihren Stromabsatz an Endkunden durch Kundengewinne um 9,7% auf 1.498 Gigawattstunden (GWh). Eine deutliche Bestätigung für die Wettbewerbsfähigkeit des Flensburger Stroms, denn der bundesweite Stromverbrauch stieg nicht, sondern lag ungefähr auf Vorjahresniveau. Insgesamt macht der Flensburger Energieversorger 80,9 % seines gesamten Stromabsatzes außerhalb des Heimatmarktes Flensburg. Das Wachstum resultiert sowohl aus dem Privat- als auch aus dem Geschäftskundenbereich. Bundesweit, aber auch in der Region haben die Flensburger Kunden dazu gewonnen. Im Ergebnis konnten die Stadtwerke im Juni 2015 erstmals den 200.000sten privaten Strom-Kunden begrüßen.

 

Fernwärme – Besser als Vorjahr, aber zu warm

Das zweitstärkste Geschäftsfeld der Stadtwerke ist ein stark klimaabhängiges. Ein relativ warmes erstes und viertes Quartal 2015 sorgten nur für eine relativ kleine Absatzsteigerung zum sehr schlechten Fernwärmejahr 2014. Mit 914 GWh lag der Absatz der Fernwärme deutlich unter einem bisher „normalen“ Fernwärme-Durchschnittsjahr von 1.000 GWh. Da im Flensburger Kraftwerk Strom und Fernwärme bisher immer nur gekoppelt produziert werden, fehlen durch die geringere Wärmeproduktion auch die Stromerlöse, der an der Börse hätte erzielt werden können.

 

Trinkwasser – konstant

Der Trinkwasserabsatz lag bei 4,9 Mio. m³ und hat sich auf diesem niedrigen Niveau festgesetzt. Um die hohe Flensburger Trinkwasserqualität zu gewährleisten, müssen die Stadtwerke häufiger Rohrspülungen durchführen. Ein Trinkwassermangel ist in Flensburg nicht zu befürchten, da diese natürliche Ressource kontinuierlich „nachwächst“.

 

Kessel 12 – flexibel und umweltschonend

Im letzten Jahr konnten die Stadtwerke die neue GuD-Anlage als Hauptbestandteil des Kessel 12-Projektes erstmals im Probebetrieb fahren und einen wesentlichen Schritt zur Modernisierung ihres Kraftwerkes realisieren. Die neue umweltschonende Gas- und  Dampfturbinenanlage (GuD) ersetzt zwei alte Kohlekessel Damit werden 40% weniger CO2-Emissionen verursacht. Zeitlich und budgetseitig verläuft alles weiter plangemäß. Die neue, zentrale Leitwarte ist fertig gestellt und das Kraftwerk wird nur noch von dort aus gesteuert, statt wie früher von drei dezentralen Warten.

Mit der neuen GuD-Anlage werden die Stadtwerke aber nicht nur umweltschonender, sondern auch flexibler. Da Gaskessel viel schneller „hochgefahren“ werden können als behäbigere Kohlekessel, kann schneller Strom produziert und am Spot- oder Regelenergiemarkt verkauft werden. Ein zusätzlicher Umsatzbringer für die Stadtwerke.

 

Ökologisches

Neben der Reduzierung der CO2-Emissionen durch die neue GuD-Anlage führen weitere Projekte zu Vorteilen für die Umwelt. So speisen die Stadtwerke seit Ende 2015 grüne Fernwärme aus einer Weeser Biogas-Anlage in ihr Netz ein. Wärme aus „Erneuerbarer Energie“ aus dem Flensburger Klärwerk wird ab 2016 die Flensburger Wärme ebenfalls etwas grüner machen. Mit beiden Projekten sorgen die Stadtwerke dafür, dass nachhaltig ihr CO2 Ausstoß sinkt.

Der kommunale Windpark Borkum, an dem die Stadtwerke mit rund 6% beteiligt sind, liefert seit letztem Jahr umweltfreundlichen Strom aus Windenergie.

Im Kraftwerk haben die Stadtwerke 25.195 t Ersatzbrennstoffe mit ca. 61 Prozent biogenen Anteilen, sowie 1.185 t Holzhackschnitzel und 2.457 t Altholz eingesetzt. Dadurch wurden 14.660 t Kohle verdrängt sowie ein Ausstoß von 22.256 t CO2 vermieden (Vorjahr 29.800 t).

 

Töchter und Beteiligungen

Mit der Abwicklung der Tochter IT Power GmbH haben die Stadtwerke die Neuordnung ihres Beteiligungsgeschäftes im letzten Jahr abgeschlossen. Der Schwerpunkt liegt jetzt bei den kommunalen Infrastruktureinrichtungen. Ziel ist hier, die Verluste der Töchter, die von den Stadtwerken getragen werden und sich auf das Konzernergebnis auswirken, weiter zu minimieren.

 

Mitarbeiter

Im Jahresdurchschnitt beschäftige die GmbH – ohne Auszubildende – 690 Mitarbeiter (Vorjahr 712). Die Zahl der Auszubildenden betrug 63 (Vorjahr 62). Im Konzern sank die Mitarbeiterzahl von 902 auf 861, bei den Auszubildenden blieb die Zahl mit 63 zu 62 fast konstant. Insgesamt wirkt sich noch einmal die Bereinigung des Beteiligungsgeschäftes aus, die auch zu einer geringeren Mitarbeiterzahl führt.


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