Stadt ordnet seine Verwaltung neu: Zwei zentrale Rathäuser für mehr Effizienz und weniger Kosten
| von Thomsen / Foerde.news
Flensburg – Die Stadt Flensburg strukturiert ihre Verwaltung grundlegend um - und setzt dabei auf Zentralisierung, digitale Arbeitskonzepte und langfristige Einsparungen. Bis zum Jahr 2030 sollen fast alle Verwaltungsfunktionen auf zwei Hauptstandorte konzentriert werden: das bisherige Rathaus am Rathausplatz sowie das Gebäude in der Rathausstraße 15–19.

Thomas Rust, Oberbürgermeister Dr. Fabian Geyer und Frank Löser (v.l.nr.) haben bei einer Pressekonferenz am Dienstag geschildert was genau und warum es so geplant wurde
„Es geht um nichts Geringeres als die Neuausrichtung unserer Verwaltung für die kommenden Jahrzehnte“, erklärte Oberbürgermeister Dr. Fabian Geyer bei der Vorstellung der Pläne. Das Projekt sei „kein exotisches Vorhaben, sondern eine konsequente strategische Entscheidung.“
Rathausstraße 15–19: Das neue Steuerungszentrum
Im Zentrum der Reform steht die Immobilie in der Rathausstraße 15–19, die künftig als Verwaltungszentrum der Stadt fungieren soll. Hier sollen zentrale Querschnittsbereiche der Stadtverwaltung untergebracht werden: die Finanzwirtschaft, zentrale Dienste, Organisationsabteilung, Personalmanagement, das Büro des Oberbürgermeisters sowie die neu geschaffene Stabsstelle. Insgesamt werden dort rund 190 Arbeitsplätze eingerichtet.
„Wir bündeln hier die Steuerung der Stadt – mit offenen Flächen für moderne Arbeitsformen, kurzen Wegen zwischen den Fachbereichen und multifunktionaler Nutzung“, betonte Geyer. Vorgesehen sind auch Veranstaltungsräume, Besprechungszonen und perspektivisch ein neuer Ratssaal – sofern die Politik mitzieht.
Miete und Einsparungspotenzial
Der Großteil des Gebäudes ist bereits seit mehreren Jahren von der Stadt genutzt. „Mit dem Ankauf wäre es noch günstiger, aber der Eigentümer – ein privater Fonds – hat sich dazu bisher nicht geäußert“, sagte Frank Löser, Leiter der Kommunalen Immobilien.
Löser betonte die wirtschaftliche Logik hinter der Entscheidung:
„Wir haben die Gelegenheit der Revision genutzt, um zu prüfen, ob wir Fläche reduzieren können – mit weniger Fläche die gleiche Menge an Arbeitsfläche zur Verfügung stellen.“
„Je mehr eigene Fläche wir nutzen, desto weniger sind wir den Schwankungen des Mietmarktes ausgeliefert.“
„Das ist aus immobilienwirtschaftlicher Sicht zwingend.“
Die Flexibilität, etwa durch Desksharing und moderne Arbeitskonzepte, spielt eine Schlüsselrolle. Für zehn Mitarbeitende werden künftig acht Arbeitsplätze vorgehalten – durch Homeoffice und Teilzeitmodelle.
Zwei Standorte, klare Profile
Während die Rathausstraße das administrative Rückgrat bildet, wird das Rathaus am Rathausplatz zum „Servicehaus der Stadt Flensburg“. Hier sollen sämtliche Bereiche mit direktem Bürgerkontakt konzentriert werden: das Bürgerbüro, Einwanderungsbüro, Jugend- und Sozialdienste sowie andere publikumsnahe Angebote.
„Wir wollen einen Ort schaffen, an dem die Menschen mit ihren Anliegen alles aus einer Hand bekommen“, erklärte Geyer. Die Umstrukturierung ermögliche kurze Wege, bessere Diskretion bei sensiblen Beratungen und mehr Orientierung.
Auch Thomas Ruß, Leiter der Zentralen Dienste, sieht die Entwicklung positiv:
„Das ist ein zukunftsweisender Weg, den wir gemeinsam mit den Mitarbeitenden gestalten. Flexibles, modernes Arbeiten wird dabei eine zentrale Rolle spielen.“
Alte Standorte weichen – über eine Million Euro Einsparung jährlich
Begleitet wird die Neustrukturierung von einer systematischen Aufgabe dezentraler Standorte:
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Schleswiger Straße: Einsparung 522.000 €/Jahr
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Dienstleistungszentrum: 407.000 €/Jahr
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Eckernförder Landstraße: 230.000 €/Jahr
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Waitzstraße 14: 27.000 €/Jahr
Gesamtersparnis: rund 1,18 Millionen Euro jährlich.
Zielmarke 2030 – und ein neues Selbstverständnis
Der Umbauprozess ist bis 2030 angelegt. Erste Umzüge sind bereits vollzogen. Bis dahin wird auch die politische Entscheidung über einen möglichen neuen Ratssaal erwartet. Der alte Ratssaal ist rund 60 Jahre, nicht mehr Zeitgemäß. nicht umsetzbarere technische Neuerungen machbar. Aber auch schlicht der Platz, zu wenig Sitzmöglichkeiten für Gäste und auch die Presse hat zu wenig Platz und es fehlt dort an einfachste Infrastruktur, Wie Strom an jedem Platz.
„Wir wollen damit nicht nur effizienter arbeiten, sondern auch besser erreichbar und verständlicher für unsere Bürgerinnen und Bürger sein“, sagte Geyer. Der bisherige Flickenteppich aus verteilten Liegenschaften soll durch klare Strukturen ersetzt werden. Die Stadtverwaltung präsentiert sich damit als moderner Arbeitgeber – offen, digital und transparent.
