Spatenstich für neues FFG-Werk in Handewitt: „Klares Bekenntnis zur Region“
| von Thomsen / Foerde.news
Handewitt – Gegenüber dem Scandinavian Park in Handewitt baut die Flensburger Fahrzeugbau Gesellschaft (FFG) einen neuen Standort. Am Freitag, 6. Februar 2026, gab das Unternehmen mit einem symbolischen ersten Spatenstich offiziell den Auftakt für das „Werk 3“. Nach eigenen Angaben steckt die FFG mehr als 75 Millionen Euro in das Vorhaben, die Produktion soll im Frühjahr 2027 starten.
Unter den Gästen waren Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther, Bundeswehr-Generalinspekteur Carsten Breuer, Vertreterinnen und Vertreter aus Bundes-, Landes- und Kommunalpolitik sowie die Unternehmensspitze der FFG. Begrüßt wurden sie von Handewitts Bürgermeister Thomas Rasmussen, der angesichts des großen Andrangs kaum nachkam.
Bürgermeister Rasmussen: „Mehr als der Beginn einer Baustelle“
In seiner Rede ordnete Rasmussen den Spatenstich als Ereignis mit besonderer Tragweite ein. Ein Spatenstich sei immer ein Moment des Aufbruchs – „heute jedoch ist er weit mehr als nur der Beginn einer Baustelle“. Das neue Werk sei ein klares Bekenntnis zur Region, zur industriellen Stärke und auch zur gemeinsamen gesellschaftlichen Verantwortung für Sicherheit.
Dass sich ein Unternehmen mit internationaler Bedeutung und hoher technologischer Kompetenz für Handewitt entscheide, wertete Rasmussen als Vertrauenssignal in den Standort und in die Menschen vor Ort. Für die Gemeinde bedeute das Werk vor allem Zukunftssicherung: industrielle Arbeitsplätze, technische Ausbildungsberufe und hochqualifizierte Fachkräfte seien ein Fundament wirtschaftlicher Stabilität. Zugleich hob er die Rolle des deutsch-dänischen Grenzlands hervor – wirtschaftliche Entwicklung ende nicht an Gemeindegrenzen, sondern wachse dort, wo partnerschaftlich gedacht und gehandelt werde. Die Kommune verstehe sich dabei nicht als Hürde, sondern als Partner. Sein Dank galt allen Beteiligten – von Unternehmen und Planern bis zu Behörden, Politik und Anwohnern.
Ministerpräsident Günther: „Starkes Zeichen für Europas Verteidigungsfähigkeit“

Auch der Oberbürgermeister Dr. Fabian Geyer und Stadtpräsidentin Susanne Schäfer-Quäck waren auch als Gäste eingeladen
Ministerpräsident Daniel Günther bezeichnete den Spatenstich als „starkes Zeichen für den Ausbau der europäischen Verteidigungsfähigkeit“. Die FFG stehe beispielhaft für die schleswig-holsteinische Wehrtechnik: innovativ, international aufgestellt, mit hohem Qualitätsstandard und zugleich flexibel genug, um auf veränderte globale Anforderungen zu reagieren – „wie wir es jetzt am Bau eines dritten Werks sehen“, sagte Günther.

Den obligatorischen Spartenstich gab es dann vor dem großen Aushub
Die Erweiterung zeige, dass Sicherheit und Verteidigung stärker in die eigene Hand genommen würden. Günther verwies zudem darauf, dass die FFG unter anderem gemeinsam mit dem finnischen Rüstungskonzern Patria rund 300 Transportpanzer für die Bundeswehr bauen werde. Die Landesregierung habe sich bei der Bundesregierung wiederholt dafür eingesetzt, dass in Vergabeverfahren der Bundeswehr auch Unternehmen aus Schleswig-Holstein zum Zuge kommen. Schleswig-Holstein verfüge über hochentwickelte Produkte, die für technologische Spitzenleistung und Zuverlässigkeit „Made in Germany“ stünden. Günther kündigte an, weiterhin beim Bund dafür zu werben, dass die Milliarden-Investitionen in die Bundeswehr auch in Aufträge für Unternehmen im Land fließen.
Europa müsse sich insgesamt stärker aufstellen – wirtschaftlich, technologisch und militärisch. Dafür brauche es mehr Zusammenarbeit innerhalb der EU. Unternehmen wie die FFG leisteten dazu einen Beitrag. Zugleich sei der Neubau ein wichtiges Signal für den Industriestandort Flensburg und Schleswig-Holstein: Die FFG investiere erheblich, verdoppele ihre Produktionsfläche und stelle neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ein. Günther wünschte einen reibungslosen Bauverlauf und einen erfolgreichen Start von Werk Nummer 3.
Werk 3: Produktion ab 2027 geplant
Auf einer Fläche von rund 140.000 Quadratmetern sollen zunächst ein fünfgeschossiges Verwaltungsgebäude, zwei Fertigungshallen sowie eine Logistikhalle mit automatisiertem Hochregallager entstehen. In einem späteren Bauabschnitt ist unter anderem eine werkseigene Teststrecke vorgesehen. Der neue Standort ergänzt die bestehenden FFG-Werke in Flensburg und ist Teil einer Drei-Werk-Strategie: Während dort künftig vor allem Instandsetzungen erfolgen sollen, liegt der Schwerpunkt in Handewitt auf Neufertigungen.
FFG-Chef Norbert Erichsen sprach von einer langfristigen Investition und einer „Zeitenwende“ für das Unternehmen. In Handewitt sollen unter anderem neue Fahrzeugsysteme wie ACSV und WiSENT 2 gefertigt werden, perspektivisch auch CAVS. Die neuen Gebäude sind auf bis zu 400 Beschäftigte ausgelegt. Generalinspekteur Breuer lobte zudem das Tempo der Umsetzung und betonte, angesichts der aktuellen Bedrohungslage sei Zeit ein entscheidender Faktor.