Rund 200 Rekrutinnen und Rekruten legen Gelöbnis am Strand von Glücksburg ab

 |  von Thomsen / Foerde.news

Musikalisch begleitet wurde der Appell durch das Marinemusikkorps Kiel, das dem feierlichen Rahmen zusätzlich Ausdruck verlieh - Foto: Bundeswehr/Redwanz

Glücksburg – Das Ausbildungszentrum Cyber- und Informationsraum (CIR) richtete am Donnerstag, den 05.März 2026, das Öffentliche Gelöbnis des Gelöbnisverbundes „Westküste“ am Strand in Glücksburg aus.

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Vor der eindrucksvollen Kulisse der Ostsee bekannten sich rund 200 Rekrutinnen und Rekruten des Ausbildungszentrums CIR (Flensburg), der Unteroffizierschule der Luftwaffe (Heide) und dem Spezialpionierregiment 164 „Nordfriesland“ (Husum), in einem würdevollen Zeremoniell zu ihrem Dienst für die Bundesrepublik Deutschland. Ein öffentliches Gelöbnis hat im Leben der Rekrutinnen und Rekruten einen ganz besonderen Stellenwert: Sie geloben beziehungsweise schwören, „der Bundesrepublik Deutschland treu zu dienen und das Recht und die Freiheit des deutschen Volkes tapfer zu verteidigen“.

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Trotz der frühen Jahreszeit und der frischen Brise versammelten sich bei strahlendem Sonnenschein zahlreiche Angehörige, Gäste aus Politik und Gesellschaft sowie interessierte Bürgerinnen und Bürger, um diesem besonderen Ereignis beizuwohnen. Das öffentliche Gelöbnis unterstreicht die enge Verbundenheit zwischen Bundeswehr und Gesellschaft und bietet zugleich die Gelegenheit, Transparenz und Dialog zu fördern.

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Das Gelöbnis führte Kapitän zur See Dr. Dr. Robert Koch an. Er ist seit letztem Jahr der Leiter der Außenstelle Flensburg des Ausbildungszentrums CIR. Er vertrat damit den Kommandeur des Ausbildungszentrums, Brigadegeneral Kai Heß.
In seiner Ansprache betonte auch Koch die Bedeutung des Austausches mit der Gesellschaft: „Als wir Ende letzten Jahres die Planung dieses Gelöbnisses initiierten, hatte ich unter anderem die Erfahrungsberichte der Sammler und Sammlerinnen der Straßensammlung zugunsten des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge im Kopf. Diese waren äußerst positiv und es zeigte sich, dass die Bevölkerung einen echten Informationsbedarf bezüglich der Entwicklungen in der Bundeswehr hat und das Gespräch aktiv sucht. Um diesen Austausch zu fördern war die Entscheidung daher schnell klar, das Gelöbnis wieder in den öffentlichen Raum zu bringen.“

Aber noch ein zweiter Aspekt ist für den Leiter der Außenstelle besonders, da Teile der Grundausbildung, obwohl sie erst wenige Monate in der Bundeswehr sind, in Dialog mit sämtlichen Vorgesetztenebenen treten konnten. So war nicht nur der Kommandeur des Ausbildungszentrums, Brigadegeneral Kai Heß, trotz seines regulären Dienstsitzes im 1000 Kilometer entfernten Pöcking, mehrfach vor Ort, sondern auch der Kommandeur Unterstützungskräfte, Generalmajor Armin Fleischmann. Auch der ranghöchste Soldat der Bundeswehr, Generalinspekteur Carsten Breuer war vor kurzem zum Dienstaufsichtsbesuch in Flensburg.
Diese umfassende, hochrangige Wahrnehmung unterstrich für Kapitän zur See Dr. Dr. Koch insbesondere einen Punkt: „Egal welchen Dienstgrad und welche Position Sie begleiten und künftig begleiten werden, es gibt niemand, der in den Streitkräften nicht gebraucht wird. In den vergangenen Wochen haben Sie bereits erlebt, wie komplex das Räderwerk der Bundeswehr ist und das manchmal auch das eine oder Sandkorn im Getriebe sein kann. Damit es rund läuft, werden auch Sie bald ihren Platz in diesem Räderwerk einnehmen und ihren Beitrag zur Verteidigungsfähigkeit Deutschlands und einer glaubwürdigen und fundierten Abschreckung leisten“, richtete er sich an die angetretenen Soldatinnen und Soldaten.

Die Rolle des nachfolgenden Gastredners übernahm der Inspekteur des Cyber- und Informationsraums Vizeadmiral Dr. Thomas Daum. Er hob in seiner Rede die Bedeutung und Verantwortung des öffentlichen Bekenntnisses hervor:

„Vor unserer Gesellschaft, deren Teil Sie alle sind, dokumentieren Sie, dass Sie für das Recht und die Freiheit des deutschen Volkes Verantwortung übernehmen wollen. Dass Sie Recht und Freiheit tapfer verteidigen wollen. Und dass Sie unserem Land treu dienen werden. In diesen bewegten Zeiten ist dies ein sehr großes Versprechen Ihrerseits“, so der Inspekteur und führte weiter aus: „Wenn bei meinem Gelöbnis 1981 galt „Kämpfen können, um nicht kämpfen zu müssen“ - um einen Gegner mitten in Europa von Angriffshandlungen abzuschrecken, so sind wir heute wieder in einer vergleichbaren Situation. Heute gilt auch wieder, dass wir kämpfen können müssen, um Russland von einem möglichen Angriff auf NATO-Gebiet und unsere Verbündeten abzuschrecken. Um klar zu machen, dass ein Angriff aus einen von uns, als Angriff auf alle bewertet wird und Russland weiß, dass dies keine Aussicht auf Erfolg haben wird. Dass der Preis, den Russland dafür zu zahlen hat, abschreckt.“

Musikalisch begleitet wurde der Appell durch das Marinemusikkorps Kiel, das dem feierlichen Rahmen zusätzlich Ausdruck verlieh.

Im Anschluss an das Gelöbnis nutzten viele Gäste die Gelegenheit zum persönlichen Austausch mit den Soldatinnen und Soldaten.
Das öffentliche Gelöbnis am Strand von Glücksburg setzte ein sichtbares Zeichen für die Verankerung der Bundeswehr in der Region und würdigte zugleich den freiwilligen Dienst junger Menschen für das Gemeinwohl.

Im Vorfeld des eigentlichen Zeremoniells erlebten die Soldatinnen und Soldaten mit ihren Angehörigen ein vielfältiges Besucherprogramm in der Liegenschaft des Ausbildungszentrums CIR Außenstelle Flensburg.

Drohnen und verschiedene Fahrzeuge konnten ebenso in Augenschein genommen werden, wie auch Eindrücke und Bilder aus dem Alltag der Rekruten bei Leben im Felde. An den zahlreichen Informationsständen konnten sich die Besuchenden über Themen wie Familienbetreuung und das Psychosoziale Netzwerk der Bundeswehr informieren oder bei Radio Andernach, dem bundeswehreigenen Radiosender einen Gruß einsprechen der dann später im Programm des Senders ausgestrahlt wird.

Den Tag rundete der anschließende Empfang im Strandbistro des Strandhotels Glücksburg ab. (Text: Fein/Bundeswehr)