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Polizei dominiert das Bild bei Demonstrationen in Flensburg

 |  von Thomsen / Foerde.news

Die Demonstranten waren deutlich in der Unterzahl - Fotos: Geissler

Flensburg – Zwei politische Lager sind am Sonnabend durch die Flensburger Innenstadt gezogen. Für die größte Aufmerksamkeit sorgten dabei weder die vier Teilnehmer des „Schleswig-Holstein steht auf vom Projekt M1llion“ noch die rund 30 Teilnehmer der Gegenkundgebung „Projekt 1 Million1?“, sondern vor allem das massive Polizeiaufgebot.

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Zwei Demonstrationen mit gegensätzlicher politischer Stoßrichtung haben am Sonnabend in Flensburg für Aufsehen gesorgt. Allerdings waren es weniger die Teilnehmer selbst, die das Bild des Tages prägten, sondern die starke Präsenz der Polizei. Zahlreiche, teils schwer ausgerüstete Beamte der Hundertschaft aus Eutin begleiteten die Aufzüge, trennten beide Lager konsequent voneinander und bestimmten damit über weite Strecken das Geschehen in der Innenstadt.

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Den Anfang machte das „Schleswig-Holsteim vom Projekt M1llion“. Die Gruppe startete mit vier Personen von der Exe aus und zog zunächst über die Nikolaiallee in Richtung Friesische Straße. Erst danach setzte sich die Gegenkundgebung „Projekt 1 Million1?“ in Bewegung. Dort versammelten sich rund 30 Teilnehmer, die vom Ausgang der Exe beim Kiosk aus losgingen. Unter enger Begleitung der Polizei führte die Route anschließend für beide Versammlungen durch die Stadt, über den Südermarkt bis zum Nordermarkt.

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Das „Schleswig-Holstein steht auf“ war dabei nicht nur mit Fahnen und Flyern unterwegs, sondern wollte auch inhaltlich auf seine politischen Forderungen aufmerksam machen. Auf dem verteilten Material wirbt die Gruppe für einen „11-Punkte-Plan“. Darin fordert sie unter anderem den Rücktritt der Bundesregierung, mehr direkte Demokratie nach Schweizer Vorbild, die Abschaffung der CO2-Steuer, niedrigere Energieabgaben, einen Kurswechsel in der Migrationspolitik sowie eine Neuordnung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Nach eigener Darstellung versteht sich die Initiative als Protestbewegung gegen die aktuelle Politik in Berlin und will mit ihren Demonstrationen bundesweit Aufmerksamkeit erzeugen.

Die Gegendemonstration „Projekt 1 Million1?“ setzte dem einen klaren Gegenprotest entgegen. Dort waren Banner mit Aufschriften wie „Menschenwürde verteidigen!“ und „AfD-Verbot jetzt“ zu sehen. Die Teilnehmer machten deutlich, dass sie sich gegen eine rechte Vereinnahmung des öffentlichen Raums stellen wollten. Inhaltlich standen sich beide Seiten damit unmissverständlich gegenüber.

Besonders auffällig war jedoch das Kräfteverhältnis auf der Straße. Während das „Projekt M1llion“ nur mit vier Teilnehmern auftrat und die Gegendemonstration auf rund 30 Personen kam, standen beiden Lagern nochmals deutlich mehr Einsatzkräfte gegenüber. Reihen von Beamten in Schutzkleidung, mit Helmen und voller Ausrüstung, begleiteten die Aufzüge. An mehreren Kreuzungen, am Straßenrand und entlang der Strecke bezog die Polizei Stellung, um beide Gruppen voneinander fernzuhalten.

So wurde der Sonnabend in Flensburg tatsächlich zu einer Demonstration mit Aufmerksamkeit – allerdings anders, als es die eigentlichen Veranstalter wohl beabsichtigt hatten. Nicht die kleine Gruppe des „Projekt M1llion“ und auch nicht die größere Gegenkundgebung bestimmten am Ende das Bild, sondern vor allem die große Zahl schwer geschützter Einsatzkräfte, die den Protestzug durch die Innenstadt sichtbar prägten.