Nach tödlichem Unfall: Elterninitiative fordert umgehende Schutzmaßnahmen
| von Thomsen / Foerde.news
Oeversee – Nach einem tragischen Unfall, bei dem ein elfjähriges Kind an der Bushaltestelle an der L 317 ums Leben kam, wächst in der Dorfgemeinschaft Munkwolstrup die Sorge um die Sicherheit der Schulkinder. Die Elterninitiative fordert nun von den zuständigen Behörden dringende Maßnahmen zum Schutz der Kinder an den Bushaltestellen „Oeversee Bilschau Am Krug“ und „Sankelmark Akademie Sankelmark“.
Derzeit dürfen Fahrzeuge an diesen Haltestellen mit bis zu 80 km/h passieren – ein Tempo, das laut Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) und der Weltgesundheitsorganisation (WHO) im Falle eines Unfalls kaum Überlebenschancen bietet. Die Elterninitiative spricht von „akuten Gefahrenstellen“ und warnt, dass bereits eine kleine Unachtsamkeit fatale Folgen haben kann. „Eine Verkehrsinsel reicht hier nicht aus. Wir fordern zwei Bedarfsampeln und eine deutliche Temporeduzierung“, so die Sprecher der Initiative gegenüber der Welt-Zeitung.
Gesetzliche Verpflichtung für sichere Schulwege
Das Schulweg-Sicherheitsgesetz und der aktuelle Erlass „Sicherer Schulweg“ für das Schuljahr 2024/2025 verpflichten Schulen und Kommunen, Schulwegpläne zu erstellen und gefährliche Stellen zu entschärfen. „Die Verantwortung darf nicht länger aufgeschoben werden“, appelliert eine Mutter der Initiative. Besonders Kinder seien im Straßenverkehr gefährdet, da sie Entfernungen und Geschwindigkeiten häufig noch nicht zuverlässig einschätzen können.
Die Forderungen im Überblick
Die Elterninitiative Munkwolstrup verlangt:
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Zwei Bedarfsampeln, jeweils an den betroffenen Haltestellen
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Reduzierung der zulässigen Geschwindigkeit auf 60 km/h, während der Schulzeiten auf 30 km/h (6:30–16:00 Uhr)
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Regelmäßige Geschwindigkeitskontrollen durch die Behörden
Studien der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) und der Weltgesundheitsorganisation (WHO) belegen: Bereits bei 50 km/h liegt das Sterberisiko für Fußgänger bei rund 50 Prozent, bei 80 km/h nahezu bei 100 Prozent – insbesondere Kinder sind besonders verletzlich.
Die Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) ist eine wissenschaftliche Einrichtung im Geschäftsbereich des deutschen Bundesministeriums für Digitales und Verkehr. Sie forscht, prüft und berät in allen Fragen der Verkehrssicherheit, insbesondere im Bereich Straßenverkehr.
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist eine Sonderorganisation der Vereinten Nationen mit Sitz in Genf. Ihr Ziel ist die internationale öffentliche Gesundheit zu fördern und Gesundheitsgefahren – wie beispielsweise Risiken im Straßenverkehr – zu erforschen und Empfehlungen für die Politik zu entwickeln.
Appell an die Entscheidungsträger
Die Elterninitiative richtet einen dringenden Appell an alle verantwortlichen Stellen – von Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr (LBV.SH) über das Verkehrsministerium bis hin zu Kreis und Amt Oeversee. „Kein Kind darf auf dem Weg zur Schule sein Leben riskieren. Wir erwarten konkrete Maßnahmen noch vor Ende der Sommerferien 2025“, so die Eltern.
Die Forderung nach mehr Sicherheit auf dem Schulweg erfährt breite Unterstützung in der Region – jetzt liegt es an den Behörden, zu handeln.