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Mit 40 noch einmal etwas Neues wagen: Mona startet ihren eigenen Podcast

 |  von Thomsen / Foerde.news

Mit spannenden Gästen aus Flensburg und dem Umland spricht Mona über diverse Themen - Foto: Thomsen

Flensburg – Zwischen Kindergarten, Familie und Alltag hat Mona nach etwas gesucht, das nur ihr gehört. Gefunden hat die 40-Jährige einen Podcast. Was zunächst als gemeinsames Projekt mit einer Freundin begann, führt sie inzwischen allein weiter – mit wechselnden Gästen, persönlichen Geschichten und dem Wunsch, sich in der Region einen Namen zu machen.

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Der Alltag ist eingespielt: arbeiten, einkaufen, Wäsche machen, sich um die Familie kümmern. Irgendwann stellte Mona fest, dass ihr dabei etwas fehlte. Ihre Kinder werden größer, im Beruf arbeitet sie in einem Kindergarten – und daneben sollte es noch etwas geben, das sie für sich selbst macht.

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„Man ist irgendwann in so einem Trott, wo man alles routinemäßig macht“, sagt die 40-Jährige. Ein festes Hobby hatte sie bis dahin nicht. Anfang des Jahres entstand gemeinsam mit einer Freundin die Idee, einen Podcast zu starten. Einige Folgen wurden aufgenommen und veröffentlicht, doch schließlich gingen die Vorstellungen auseinander. Mona wollte das Projekt trotzdem nicht aufgeben.

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„Ich hatte mich so in den Gedanken verliebt, dass ich gesagt habe: Weißt du was, ich mache das alleine.“

Mit Mikrofon und Notizbuch

Ganz unvorbereitet startete sie dabei nicht. Das technische Equipment war bereits vorhanden. Vernünftige Mikrofone gehörten für Mona von Anfang an dazu. Auch wenn sie sich selbst ausdrücklich nicht als Profi bezeichnet, wollte sie zumindest die technischen Voraussetzungen so gut wie möglich gestalten.

Schnell stand auch fest: Ein Podcast, in dem sie allein vor dem Mikrofon sitzt und erzählt, sollte es nicht werden. Mona wollte Gespräche führen. Für die ersten Folgen fragte sie deshalb Freunde, Familienmitglieder und Kollegen, ob sie sich zu ihr ans Mikrofon setzen würden.

Die Themen waren zunächst bewusst unkompliziert. Über soziale Medien wurde gesprochen, über Alltagsthemen und Dinge, für die keine wochenlange Recherche notwendig war. Schließlich musste Mona gleichzeitig lernen, wie Aufnahme, Schnitt und Veröffentlichung überhaupt funktionieren.

Mit der Zeit änderte sich das. Inzwischen sitzen auch Menschen bei ihr am Mikrofon, die sie vorher nicht oder kaum kannte. Gerade das habe für sie einen besonderen Reiz entwickelt. Die Gespräche würden dadurch intensiver und die Themen mitunter ernster.

Ganz ohne Vorbereitung geht es trotzdem nicht. Mona führt ein kleines „Podcast-Tagebuch“. Darin notiert sie Stichworte und Fragen für ihre Gäste. Gleichzeitig versucht sie, nicht jede Unterhaltung bis ins letzte Detail durchzuplanen.

„Ich versuche, mich so wenig wie möglich vorzubereiten, damit das Gespräch spontan bleibt“, sagt sie. Das falle ihr nicht immer leicht, denn eigentlich sei sie ein Mensch, der Struktur und Routine brauche.

Ein besonderes Gespräch mit Jonas' Niendorf Brüdern

Eine Aufnahme ist Mona besonders in Erinnerung geblieben. In einer Folge beschäftigte sie sich mit der Geschichte von Jonas Niendorf, der am Schlosswall ermordet wurde. Sein Tod hatte weit über Flensburg hinaus für Aufmerksamkeit gesorgt. Über das Thema kam Mona schließlich mit seiner Familie in Kontakt.

Schließlich erklärten sich Jonas' Brüder Jan und Filip bereit, mit ihr über ihren Bruder, die Familie und die Zeit nach seinem Tod zu sprechen. Für Mona wurde daraus ein ausführliches und zugleich sehr persönliches Gespräch.

Die Aufnahme stellte sie vor eine besondere Herausforderung. Anders als bei lockeren Alltagsthemen ging es um Verlust, Trauer und Erinnerungen an einen Menschen, der der Familie fehlt.

„Das hat mich ein paar Tage lang sehr mitgenommen“, erzählt Mona. Sie habe zunächst das Gefühl gehabt, in ein sehr privates Leben einzudringen.

Bewusst entschied Mona anschließend, nicht den Täter und die Tat in den Mittelpunkt zu stellen. Stattdessen sollte es vor allem um Jonas als Menschen, um seine Familie und um die Erinnerungen seiner Brüder gehen.

Das Ergebnis ist ein intensives und persönliches Gespräch, in dem Jan und Filip offen über Jonas sprechen. Die Folge gehört zu den Veröffentlichungen, die Mona selbst besonders bewegt haben.

Das komplette Gespräch mit Jan und Filip kann auf Spotify angehört werden:

Zwischen ernsten Geschichten und lockerem Gespräch

Auf ein bestimmtes Genre will Mona ihren Podcast dennoch nicht festlegen. Gerade die Mischung gefällt ihr. Eine Folge darf leicht und witzig sein, die nächste deutlich ernster.

Auch die Auswahl der Gäste entsteht häufig spontan. Für lockere Gespräche setzt sie sich gern mit Freunden oder Kollegen zusammen, von denen sie weiß, dass die Chemie stimmt. Gleichzeitig melden sich inzwischen auch Menschen selbst bei ihr, weil sie über ein bestimmtes Thema sprechen möchten.

Genau davon würde Mona in Zukunft gern mehr erleben.

„Jeder darf mich jederzeit anschreiben“, sagt sie. Eine Garantie, dass daraus tatsächlich eine Folge entsteht, gebe es allerdings nicht. Schließlich müsse auch das persönliche Zusammenspiel passen.

Mittlerweile traut sie sich immer häufiger aus ihrer eigenen Komfortzone heraus. Zu Beginn waren Freunde und Verwandte für sie eine wichtige Sicherheit. Nun könne sie sich zunehmend vorstellen, regelmäßig Menschen einzuladen, denen sie zuvor noch nie begegnet ist.

Instagram, TikTok und Mundpropaganda

Bekannt macht Mona ihren Podcast bislang vor allem über soziale Netzwerke und persönliche Kontakte. Freunde teilen neue Folgen, auf Instagram macht sie auf Veröffentlichungen aufmerksam. Auch TikTok hat sie ausprobiert – wenngleich sie mit einem Augenzwinkern sagt, das sei vielleicht nicht ganz ihre Welt.

Trotzdem merkt sie, dass nach und nach Menschen hinzukommen, die nicht zum unmittelbaren Freundes- oder Bekanntenkreis gehören.

Auch die Rückmeldungen seien bislang überwiegend positiv. Besonders freue sie sich, wenn Hörer bemerken, dass beispielsweise ihre Schnitte oder ihre Gesprächsführung besser geworden sind. Den eigenen Fortschritt könne sie inzwischen selbst hören.

Das Projekt versteht Mona ausdrücklich weiterhin als Hobby. Geld verdient sie damit nicht. Entsprechend könne sie auch ihren Gästen keine Honorare zahlen. Sie sucht Menschen, die selbst Lust auf ein Gespräch haben und etwas erzählen möchten.

Geschichten aus der Region gesucht

Für die Zukunft hat Mona vor allem einen Wunsch: Der Podcast soll regional bekannter werden. Sie hofft, dass Menschen irgendwann von selbst auf sie zukommen und sagen: „Ich habe eine Geschichte, über die ich gern sprechen würde.“

Dabei muss es keineswegs immer um außergewöhnliche Schicksale gehen. Ebenso interessant findet sie Menschen, die mit Leidenschaft ein Geschäft eröffnen, ein besonderes Hobby betreiben oder ein Projekt aufbauen.

Der Podcast soll im besten Fall beiden Seiten etwas bringen. Mona möchte nicht nur Gäste einladen, die ihr mit ihrer Teilnahme einen Gefallen tun. Sie wünscht sich, dass auch die Menschen vor ihrem Mikrofon davon profitieren können, wenn ihre Geschichte gehört wird.

„Ich würde es cool finden, wenn ich nicht nur Gäste einlade, die mir einen Gefallen tun, sondern meine Gäste auch etwas davon haben.“

Wer selbst eine Geschichte erzählen, ein Projekt vorstellen oder bei einer Folge des Podcasts mitmachen möchte, kann direkt Kontakt zu Mona aufnehmen.

Kontakt zum Podcast:
E-Mail: flenspod@gmail.com
Instagram: https://www.instagram.com/flenspod

Inhaltlich setzt sie sich nur wenige Grenzen. Menschenfeindlichkeit und rassistischen Positionen möchte sie allerdings keine Bühne bieten. Ansonsten darf ihr Podcast so vielfältig bleiben wie die Menschen, die darin zu Wort kommen.

„Regional bekannt werden – das wäre cool“

Große Karrierepläne stellt Mona nicht in den Vordergrund. Natürlich würde sie sich freuen, wenn ihr Hobby irgendwann auch finanziell etwas einbringen würde. Ihren Beruf im Kindergarten übt sie jedoch gern aus.

Viel wichtiger ist ihr zunächst, dass der Podcast wächst und in der Region wahrgenommen wird.

Ihr persönliches Wunschbild für die Zukunft ist deshalb vergleichsweise bodenständig: Ein Gast verlässt nach der Aufnahme ihr Zuhause und erzählt später begeistert seinen Freunden, dass er gerade bei Mona einen Podcast aufgenommen hat.

„So ein bisschen regionale Bekanntheit – das wäre cool“, sagt sie.

Und mit 40 noch einmal in eine Welt einzusteigen, in der häufig jüngere Menschen besonders sichtbar sind? Für Mona ist das längst kein Argument mehr dagegen. Menschen in ihrem Alter hören schließlich genauso Podcasts.

Was als Suche nach einem neuen Hobby begann, ist für sie inzwischen mehr geworden: ein eigenes Projekt, eine Möglichkeit, neue Menschen kennenzulernen – und vielleicht bald eine Plattform für Geschichten aus der Region.