Mehr Blitzer, mehr Technik: Über zwei Millionen Euro Bußgelder

 |  von Thomsen / Foerde.news

Autofahrer sehen noch mehr Rot und das nicht nur bei den Ampeln - Fotos: Thomsen

Flensburg – Neue Messsäulen, ein zusätzliches Blitzerfahrzeug und weitere mobile Technik: In Flensburg wird die Überwachung des fließenden und ruhenden Verkehrs deutlich ausgeweitet. Im Ausschuss für Schutz und Ordnung wurden nun aktuelle Zahlen, neue Standorte und weitere Anschaffungen vorgestellt.

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Flensburg setzt bei der Verkehrsüberwachung zunehmend auf neue Technik. In den vergangenen Jahren sind mehrere ältere stationäre Blitzanlagen, die sogenannten „Starenkästen“, abgebaut und durch moderne graue Messsäulen ersetzt worden. Solche Anlagen stehen unter anderem in der Husumer Straße, am Neumarkt und am ZOB.

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Neu hinzu kam im Jahr 2025 eine Säule am Hafendamm. Sie ersetzt den früheren Blitzer in dem einst weißen Kasten an gleicher Stelle. Nach der Jahrhundertsturmflut 2023 hatte die alte Anlage ihren Dienst eingestellt.

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Die Anlage am Schottweg/B199 ist mittlerweile ebenfalls in Betrieb

Bereits angekündigt war zudem die Installation von zwei weiteren Radarfallen. Dieses Vorhaben hat die Stadt inzwischen umgesetzt. Neue Säulen wurden am Schottweg/Nordstraße sowie an der Lecker Chaussee/Lilienthalstraße aufgestellt und sind mittlerweile in Betrieb. Nach Angaben der Stadt stehen die Anlagen nicht nur dauerhaft an den Standorten, sondern werden auch tatsächlich genutzt. Da es in Flensburg weniger Messeinsätze als Säulen gibt, werden die Geräte zwischen den Standorten ausgetauscht.


Mit über 3.900 Auslösungen innerhalb von nur ein paar Wochen, ist die Anlage am Citti-Park rekordhalter

Besonders die Anlage an der Lecker Chaussee liefert nach Angaben der Verkehrsbehörde offenbar bereits zahlreiche Fälle. Im Ausschusses für Bürgerservice, Schutz und Ordnung erklärte Bjarne Petersen am Mittwochabend, dass diese Säule „ganz gut performt“. Zugleich verwies er auf einen Anstieg der Fallzahlen im laufenden Jahr.

Auf Nachfrage von Förde.news zu den aktuellen Zahlen erklärte Stadtsprecher Clemens Teschendorf, dass die besagte Säule seit dem 25. März scharf geschaltet ist und seither 3920 Mal ausgelöst hat. Die Anlage am Schottweg registrierte dagegen bislang erst 236 Auslösungen, seit sie vor einer Woche (24. April) in Betrieb genommen wurde.

Auf Nachfrage aus der Politik nannte Petersen auch weitere Zahlen. Demnach sind die Einnahmen aus Bußgeldern im fließenden und ruhenden Verkehr auf 2.715.500 Euro gestiegen. Rund 600.000 Euro davon seien bislang noch nicht beglichen. Dafür könne es unterschiedliche Ursachen geben, erklärte Petersen. So könne es an noch nicht zugestellten Schreiben liegen, aber auch an säumigen Zahlern.


Am Zob wurde auch eine neue Blitzersäule aufgestellt
Neben den stationären Anlagen will die Stadt auch ihre mobile Überwachung ausbauen. Wie Petersen erläuterte, soll ein neuer Überwachungswagen angeschafft werden. Der bislang eingesetzte blaue Caddy sei inzwischen in die Jahre gekommen und müsse ersetzt werden. Nach Angaben von Stadtsprecher Clemens Teschendorf soll es sich bei dem Nachfolgemodell um einen Bus handeln. Von welchem Hersteller das Fahrzeug kommt, ist demnach noch nicht abschließend geklärt. Anschließend müssten noch die technischen Einbauten für die Anlage erfolgen.


Bereits im Jahr 2022 testete die Stadt den Typ ES 8.0 direkt vorm KBA

Darüber hinaus wurde nach Angaben im Ausschuss ein neues Geschwindigkeitsmesssystem des Typs ES 8.0 von Kistler angeschafft. Dieses System kann den Verkehr in beide Fahrtrichtungen erfassen und dokumentiert Verstöße verschiedener Fahrzeugklassen beweissicher – vom Motorrad über den Pkw bis hin zum Lkw. Damit erweitert die Stadt ihre Möglichkeiten bei der mobilen Geschwindigkeitsüberwachung noch einmal deutlich.


Der Trailer bekommt ein Zwilling und soll zeitnah eingesetzt werden - Zuletzt sorgte er für Unmut im Mühlenholz, da er auch entgegen kommende Fahrzeuge blitzte
Auch bei den sogenannten Enforcement Trailern rüstet die Stadt weiter auf. Ein zweiter Anhänger dieser Art wurde bereits beschafft und in Betrieb genommen. Wo er künftig eingesetzt wird, ist bislang nicht bekannt. Auffällig dürfte das neue Gerät zunächst vor allem deshalb sein, weil es noch keine sichtbaren Spuren von Farbattacken trägt. Der erste Trailer war innerhalb von 24 Stunden nach seiner Inbetriebnahme umlackiert worden und wurde später mehrfach erneut beschädigt.

Mit den zusätzlichen Säulen, neuer Messtechnik und weiterer mobiler Ausstattung baut Flensburg seine Verkehrsüberwachung damit spürbar aus. Wie stark sich das auf das Fahrverhalten und die Einnahmen der Stadt auswirken wird, dürfte sich im weiteren Jahresverlauf zeigen.