| Hier kannst du die Förde.news App herunterladen: | ||
|
|
|
|
Kaikante an der Schiffbrücke - Wichtige Schritte auf dem Weg zum Neubau
| von Thomsen / Foerde.news
Flensburg – Die Kaikante an der Schiffbrücke ist wohl derzeit Flensburgs bekannteste Baustelle. Nach der Oktoberflut 2023 und dem darauffolgenden Absacken der Kante ist der Bereich großflächig abgesperrt und versagt den Zutritt zu einem der schönsten Orte unserer Stadt. Zum großen Leidwesen von Flensburgerinnen und Flensburgern sowie ihren Gästen.
Auch die lange Dauer der Wiederherstellung ist vielen verständlicherweise ein Dorn im Auge. Dabei lohnt ein Blick in den komplizierten Aufbau des Bauwerks und die daraus resultierenden Schritte, die notwendig sind, um die Kaimauer wieder so herzustellen, dass alle Bereiche wieder betreten und genutzt werden können und um die Kaikante so zu ertüchtigen, dass sie zukünftigen Stürmen standhalten kann.
Oberbürgermeister Fabian Geyer: „Ich bedauere sehr, dass wir mit der Wiederherstellung der Kaikante nicht schneller vorankommen. Das liegt daran, dass wir es mit einem sehr komplizierten Bauwerk zu tun haben. Wir setzen jedoch alles daran, die Sanierung so schnell wie irgend möglich zu vollziehen. Ich bin mir sehr sicher, dass wir nach Abschluss der Arbeiten einen tollen neuen Bereich mit Erlebnischarakter unmittelbar an unserer Hafenkante haben werden“.
Im Folgenden sollen die notwendigen nächsten (technischen) Schritte bis zur Fertigstellung einmal nachvollziehbar dargestellt werden.
An der beschädigten Kaikante im Bereich der Schiffbrücke treibt das Technische Betriebszentrum Flensburg (TBZ) die Planungen für das neue Ingenieurbauwerk weiter voran. Derzeit finden umfangreiche Bodenerkundungen mit Bohrungen und Sondierungsmessungen statt. Sie liefern wesentliche Grundlagen für die statische Berechnung und die weitere Planung der neuen Kaikante. Am Gesamtzeitplan hält das TBZ fest. Das Bauprojekt einschließlich einer provisorischen Oberfläche soll 2030 fertiggestellt werden.
Untersuchungen bis in 30 Meter Tiefe laufen
Bei den laufenden Untersuchungen wird der Baugrund bis in eine Tiefe von rund 30 Metern untersucht. Die gewonnenen Bodenkennwerte sind erforderlich, um die geplante Konstruktion sicher und belastbar dimensionieren zu können. Sie bilden unter anderem die statischen Grundlagen für die konkrete Planung der Spundwand sowie der Tiefgründung von Abfangplatte und Rückverankerung der Spundwand. Aufgrund dieser Maßnahme kann es zu temporären Verschiebungen des Bauzaunes kommen.
Anspruchsvolle Baugrund- und Wasserverhältnisse
Die Bedingungen im Bereich der beschädigten und weiterhin einsturzgefährdeten Kaikante stellen hohe Anforderungen an Planung und Ausführung. Nach dem bereits erfolgten Abschliff und Teilrückbau liegt das Areal auf einem nochmals niedrigeren Höhenniveau als die Parkplatzfläche zuvor. Gleichzeitig gelangt aufgrund der Topografie des angrenzenden Hangs Hangwasser in den Untergrund. Hinzu kommen mögliche Belastungen durch Starkregenereignisse sowie der Druck der Förde auf die noch vorhandenen Reste der Konstruktion, die in ihrer Tragkraft stark eingeschränkt ist.
Auch die nördlich und südlich angrenzenden Areale stehen unter besonderer Beobachtung. Vom Bereich der beschädigten Kaikante ausgehend kann Wasser in die Bodenschichten dieser Areale eindringen. Dadurch besteht die Möglichkeit einer Hohlraumbildung unter den gepflasterten Flächen und Bereiche können absacken. Vorsorglich hat das TBZ daher den Bauzaun am südlichen Ende verlängert und einen zusätzlichen Sicherheitsbereich eingerichtet.
Planung und Genehmigungsabstimmungen laufen parallel
Parallel zu den Bodenuntersuchungen verfolgt das TBZ die weiteren Planungsschritte. Dazu gehören die Vorbereitungen der Genehmigungsplanung und die Abstimmungen mit den zuständigen Behörden. Gleichzeitig wird die Planung für die nachfolgenden Leistungsphasen weiter konkretisiert. Nach Abschluss der derzeitigen landseitigen Bohrungen sind ergänzende Bohrungen von der Wasserseite aus vorgesehen. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse fließen ebenfalls in die weitere Planung und statische Berechnung des Bauwerks ein.
Weitere Arbeiten ab Herbst 2026
Auch die noch ausstehenden Arbeiten an den bislang nicht abgerissenen Stahlbetonplatten sind Bestandteil der Gesamtplanung. Die Arbeiten im Nordabschnitt sollen schrittweise erfolgen. Noch diesen Herbst, voraussichtlich von Mitte September bis Mitte Oktober, ist vorgesehen, die Pflastersteine sowie den darüberliegenden Boden auszubauen und damit die vorhandenen Platten freizulegen. Voraussetzung hierfür ist, dass die derzeit laufenden Bodengutachten in diesem Bereich abgeschlossen sind.
Auf den freigelegten Stahlbetonplatten sollen ab dem Frühjahr 2027 die stark belasteten teerhaltigen Anstriche abgeschliffen werden. Diese Arbeiten müssen in den niederschlagsarmen Monaten durchgeführt werden. Der vollständige Rückbau der Platten ist im Zuge der Hauptbaumaßnahme geplant, die voraussichtlich Ende 2027 beziehungsweise Anfang 2028 beginnt.
Ziel bleibt die Fertigstellung bis 2030
Trotz der technisch anspruchsvollen Baugrund- und Wasserverhältnisse hält das TBZ am bisherigen Gesamtzeitenplan fest. Ziel ist es, das neue Ingenieurbauwerk einschließlich einer zunächst provisorischen Oberflächengestaltung bis 2030 fertigzustellen.
Die bisherigen Maßnahmen an der Kaikante sowie die nächsten geplanten Schritte sind in einer Chronologie auf der Website des TBZ dargestellt.
