Harrisleer Straße: Neue Stromtrasse verzögert sich – Sperrungen sollen kürzer ausfallen

 |  von Thomsen / Foerde.news

Die Sperrungen in der Harrisleer Straße werden deutlich kürzer und anders ausfallen - Fotos: Thomsen

Flensburg – Die Stadtwerke Flensburg treiben den Ausbau der Strominfrastruktur für die künftige Wärmeversorgung weiter voran – trotz Verzögerungen auf Teilen der Trasse. Hintergrund ist der Bau einer neuen, rund neun Kilometer langen 110-kV-Leitung, die künftig Strom aus dem deutschen Netz nach Flensburg bringen soll. Die Leitung ist notwendig, weil die bisherige Hochvoltanbindung an das dänische Stromnetz nicht wie bisher weiterbetrieben werden kann und für geplante Großwärmepumpen im Heizkraftwerk sowie für die wachsende E-Mobilität deutlich mehr erneuerbarer Strom benötigt wird.

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Auf Nachfrage von Förde.news erklärte Pressesprecher Peer Holdensen, dass es an der Harrisleer Straße zwar zu Verzögerungen komme, dies jedoch aus „guten Gründen“ geschehe. Ursprünglich war geplant, zunächst in der Schulgasse eine neue Stromleitung zu verlegen und anschließend in der Harrisleer Straße weiterzuarbeiten.

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In der Schulgasse liegen nach seinen Angaben jedoch zahlreiche Leitungen unterschiedlicher Sparten eng beieinander – Strom, Fernmeldeleitungen, Wasser und Abwasser. „Wir haben uns deshalb entschieden, dort mit einem Bohrverfahren zu arbeiten“, so Holdensen. Die dafür benötigten Spezialbohranlagen seien allerdings nicht kurzfristig verfügbar gewesen, weshalb zunächst gewartet werden musste. Hinzu kam der Winter: Der vorgesehene Start der Bohrarbeiten Mitte Januar habe aufgrund der Witterung nicht wie geplant erfolgen können.

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Auch in der Harrisleer Straße wurde das Bauverfahren umgestellt. Laut Holdensen führten die Stadtwerke zahlreiche Gespräche mit Spezialfirmen, die Leitungen im Bohrverfahren verlegen. Viele Unternehmen hätten aufgrund der schwierigen Rahmenbedingungen – widriger Untergrund und große Steigung in der Straße – abgesagt. „Nach hartnäckigem Suchen haben wir nun aber ein Unternehmen gefunden, das dort trotzdem bohren kann“, sagt der Sprecher.

Für Anwohner und Verkehr bringt das neue Verfahren spürbare Vorteile: Die Zeiten für Straßensperrungen können deutlich verkürzt werden, auch wenn Sperrungen in einigen Abschnitten weiterhin unvermeidbar bleiben. Statt langer Baugruben im offenen Verfahren seien nur Start- und Zielgruben für die Bohrungen erforderlich, die übrige Straßenoberfläche könne weitgehend erhalten bleiben. Dadurch werden sowohl die Länge der gesperrten Bereiche als auch die Dauer der Einschränkungen reduziert. Die genauen Zeiträume hängen allerdings weiterhin vom Wetter und vom Baufortschritt ab.

Die ersten nächtlichen Vollsperrungen in der Harrisleer Straße sind bereits abgeschlossen. Betroffen waren die Nächte vom 15. auf den 16. Dezember 2025 sowie vom 16. auf den 17. Dezember 2025, jeweils von 19 bis 6 Uhr. In der Woche davor hatten nach Angaben der Stadtwerke bereits vorbereitende Arbeiten für die Leitungsverlegung begonnen.

Die neue Hochspannungsleitung soll von einem neuen Umspannwerk auf dem Stadtwerke-Gelände über die Harrisleer Straße, die Harrisleer Umgehung und den Ochsenweg bis zum Umspannwerk Weding im Ort Weding verlaufen. Die bisherige Anbindung an das Stromnetz in Dänemark wird perspektivisch nicht mehr in gleicher Form zur Verfügung stehen.

Für die Bevölkerung bleibt das Projekt spürbar: Genaue Sperrzeiten seien noch in Absprache und hängt auch vom Wetter ab, so abschließend der Pressesprecher Holdensen.