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Gespinstmotten überziehen derzeit Bäume und Sträucher mit silbriger Hülle

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Schleswig-Holstein - Eine Verwechslungsgefahr mit den gefährlichen Eichen-Prozessionsspinner ist sehr hoch . Fotos: Thomsen

„Die Christos unter den Insekten“ nennt der Naturschutzverband NABU – anknüpfend an den Verhüllungskünstler Christo – die Gespinstmotten, die derzeit wieder Bäume und Sträucher mit silbriger Hülle überziehen.

Die Gehölze überstehen das zumeist unbeschadet. Die Raupen sind nicht meldepflichtig. Für Menschen besteht keine Gefahr von den Motten. Eine Bekämpfung sei nicht sinnvoll, da Pestizide aufgrund der Gespinste die Raupen nicht erreichen.
Verantwortlich für silbrig glänzende, kahl gefressene Bäume und Sträucher im späten Frühjahr, Zeitraum Mai-Juni, sind die Raupen der Gespinstmotten, die die Blätter abfressen und Stämme, Äste und Zweige dabei mit einem Gespinst überziehen. Vor allem Traubenkirschen werden von der gleichnamigen Gespinstmotte befallen sind. Aber auch Weißdorn, Pfaffenhütchen, Pappeln oder Weiden sind bisweilen mit einem dichten Gespinst überzogen. Gelegentlich sind zudem Obstbäume betroffen.
Die Gespinstmotte gehört zur Familie der Schmetterlinge. Die Raupen der kleinen Falter ernähren sich von Heckenpflanzen oder Baumknospen. Die Gespinste dienen den Raupen als Schutz vor Witterung und Fraßfeinden. Mitunter fressen die Raupen die Pflanzen völlig kahl. Die Hecken und Bäume treiben jedoch wieder aus.
Manche Raupenarten bauen ihre Gespinste auch um Knospen von Obstbäumen. Bei Massenbefall können sie natürlich zu Ertragseinbußen führen.

Verwechslungsgefahr:

Foto: Kleuske

Diese Falter haben nichts mit den Eichenprozessionsspinnern zu tun, deren Raupen Hautreizungen beim Menschen hervorrufen können.

Neben den Gespinstmotten gibt es noch ein Anzahl weiterer Schmetterlingsarten, aber auch beispielsweise die Gespinstblattwespen, die in Büschen und Bäumen in selbst in Küstenlebensräumen, vor allem aber in Hecken, Parks und Waldrändern Gespinste bauen. Während einige Arten sehr unscheinbare, leicht zu übersehende Gespinste bauen, können andere Arten sehr auffällig und weithin sichtbar angelegt werden.

Dabei sollten besonders die Arten mit behaarten Raupen, die häufig Brennhaare tragen, tunlichst in Ruhe gelassen werden. Hier kann es zu allergischen und anderen negativen gesundheitlichen Reaktionen kommen. Alle diese Arten haben aber ihre wichtige Bedeutung im Naturhaushalt. Ihre Gespinste stellen spektakuläre, gespenstisch schöne Naturschauspiele dar, an denen Naturfreunde sich erfreuen sollten.


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