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Frauenforum fordert Erhalt der Frauenklinik in der Diakonissenanstalt

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Rund 500 Personen nahmen an der Demo am Freitagnachmittag teil - Fotos: Thomsen

Am Freitagnachmittag demonstrierte das Flensburger Frauenforum und forderte den Erhalt der Frauenklinik in der Diakonissenanstalt (Diako) und eine umfassende Information über die künftige medizinische Versorgung in der Region. Die größte Klinik in Flensburg hat im November 2022 eine Insolvenz in Eigenregie beantragt, um sich von Schulden befreien zu können. Die Gründe dafür liegen in zu geringen Vergütungssätzen für medizinische Leistungen, gestiegenen Energiekosten aufgrund des Ukraine-Krieges und den Nachwirkungen der Corona-Krise. Die Frauen des Frauenforums betonen jedoch, dass das Personal keine Schuld an der Insolvenz trägt und sogar besonders gut und viel gearbeitet hat. Das Personal darf es nur ausbaden, insbesondere Frauen sollen es ausbaden, so die Frauen des Frauenforums.

Seit Beginn des Insolvenzantrages bestimmen Diako-Leitung und Sachverständige sowie externe Betriebswirtschaftler darüber, welche Gesundheitsbereiche gestrichen oder eingeschränkt werden sollen. Seit Ende Dezember 2022 werden intern im kleinen Kreis Pläne diskutiert, Mammografie und die Gynäkologie bis Ende Mai 2023 ganz zu schließen. Gegenüber der Mitarbeiterschaft und nach Außen wird das jedoch lange noch geleugnet. Das sei „Treppenhaus-Gequatsche"! Doch wie die Leitung es schafft, Bedenken und Fragen aus der Praxis zu ignorieren und einfach weiterzumachen, ihr eigenes Personal vor den Kopf zu stoßen, Leute zu entlassen, die man doch noch braucht, um den Karren wieder flott zu bekommen, das sei beispiellos, so die Frauen des Frauenforums.

Die nach und nach bekanntwerdenden Pläne stoßen auf den geschlossen erklärten Widerstand aller Chefärzte, nicht mal diese werden mit ihren Bedenken gehört. So vergrault man sogar jene Mitarbeitenden, die lange guten Willens waren. Zu einer leistungsfähigen Klinik gehören leistungsbereite Mitarbeitende. Die hat es in der Diako immer gegeben - das Personal war immer zu außerordentlichen Leistungen bereit. Mit ihrem Teamgeist konnten immer wieder schwere Zeiten bestanden werden. Die letzten Corona-Jahre haben es mehr als deutlich gezeigt.

Sie fragen, ob die Diako noch ein Krankenhaus für alle ist und sagen "NEIN"! Die Entscheidungen der Diako-Leitung und Sachverständigen könnten langfristig die bislang qualitativ gute medizinische Versorgung in der Region gefährden. Selbst das künftige neue Klinikum könnte in Gefahr stehen. Menschen werden entlassen, während überall darüber zu lesen ist, wie schwer gutes Personal im Pflegesektor zu bekommen ist. Wenn sie erst weg sind, kommen sie nicht einfach zurück. Überhaupt wird nicht klar, wofür das alles gut sein soll, und ob diese Medizin der kranken Diako überhaupt auf die Füße helfen wird oder ob hier die falsche Therapie eingeschlagen wird.

Das Forum fordert, nicht vorschnell und unter Druck einer Insolvenz allein durch die Diako-Leitung und Sachverwalter entscheiden zu lassen, welche Gesundheitsversorgung in unserer Region erhalten bleiben soll und welche wegfallen kann. Sie fordern eine umfassende Information von den entscheidenden Gremien und der Landeskrankenhausplanung über die künftig angestrebten Strukturen in der medizinischen Versorgung hier in der Region und wie die Lücken in der Geburtenversorgung, in den gynäkologischen Bereichen, im Bereich Brustkrebsvorsorge und -behandlung und im Bereich Schwangerschaftsabbrüche künftig geschlossen und solide finanziert werden sollen.

Des weiteren fordern sie bis dahin den vollständigen Erhalt der Frauenklinik in der Diako, abgesichert durch Landesmittel. Frauengesundheit und Gleichberechtigung dürfen nicht auf der Strecke bleiben. Es geht um die Zukunft der medizinischen Versorgung in der Region und um die gleichberechtigte Gesundheitsversorgung für alle.

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