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FFG vor Verkauf an Deutz: Was der Deal für Flensburg bedeutet
| von Thomsen / Foerde.news
Flensburg – Der geplante Einstieg des Kölner Motorenherstellers Deutz bei der Flensburger Fahrzeugbau Gesellschaft (FFG) markiert einen weitreichenden Schritt für das Unternehmen. Während die Geschäftsführung und die Gesellschafter von neuen Wachstumschancen sprechen, mahnt die SPD in Flensburg klare Zusagen für Beschäftigte, Standorte und Löhne an.
Die Flensburger Fahrzeugbau Gesellschaft (FFG) soll Teil der Deutz-Gruppe werden. Nach Angaben des Gesellschafterkreises will das Unternehmen mit dem strategischen Zusammenschluss die Weichen für die kommenden Jahrzehnte stellen. Zugleich soll die FFG innerhalb des Konzerns zu einer zentralen Plattform für den Rüstungsbereich werden.
Wie das Unternehmen mitteilte, wird der bisherige Gesellschafterkreis im Zuge der Transaktion neuer Ankeraktionär von Deutz und strebt zwei Sitze im Aufsichtsrat an. Ziel sei es, die strategische Weiterentwicklung des künftigen Gesamtunternehmens langfristig mitzugestalten.
Nach Darstellung der Beteiligten entsteht mit dem Zusammenschluss einer der bedeutendsten deutschen Industrieverbünde für wehrtechnische Systeme, Antriebe und dezentrale Energiesysteme. Für die FFG sollen sich dadurch neue internationale Märkte eröffnen. Zudem werde das Produkt- und Serviceportfolio erweitert und die Grundlage für weiteres Wachstum gestärkt.
Die operative Führung der FFG soll nach Unternehmensangaben unverändert bleiben. Demnach sollen die Geschäftsführer Max Heimann und Jörg Kamper das Unternehmen auch künftig führen. Unter der Dachmarke „FFG-Defense“ sollen künftig sämtliche Verteidigungsaktivitäten des Konzerns gebündelt werden.
Norbert Erichsen, Sprecher des Gesellschafterkreises der FFG, sprach von einem Schritt mit langfristiger Bedeutung. Mit dem Zusammenschluss würden die Weichen für die nächsten Generationen gestellt, zugleich entstehe ein deutscher wehrtechnischer Industrieverbund, der die Stärken beider Unternehmen zusammenführe.
Auch Deutz sieht in der geplanten Übernahme erhebliche Chancen. Vorstandschef Dr. Sebastian Schulte erklärte, gemeinsam mit der FFG werde Deutz zu einem führenden nationalen Systemanbieter für militärische Fahrzeuge, Antriebe und Energielösungen. Zugleich verwies er auf die Bedeutung technologischer Souveränität sowie auf die Sicherung von Wertschöpfung und hochwertigen Arbeitsplätzen in Deutschland.
Noch ist die Transaktion allerdings nicht abgeschlossen. Der Vollzug steht unter dem Vorbehalt der Freigabe durch die zuständigen Kartell- und Aufsichtsbehörden.
In der Flensburger Politik wird der Schritt aufmerksam verfolgt. Der SPD-Landtagsabgeordnete Kianusch Stender bezeichnete die Entwicklung als spannend und verwies darauf, dass die FFG in den vergangenen Jahren stark gewachsen sei. Eine Übernahme durch Deutz könne den Betrieb weiter professionalisieren.
Zugleich forderte Stender rasch Klarheit über die Folgen für die beiden bestehenden Werke in Flensburg sowie für den im Bau befindlichen dritten Standort. Für die Stadt sei entscheidend, dass die Wertschöpfung vor Ort bleibe, neue Arbeitsplätze entstünden und weiterhin in der Breite ausgebildet werde.
Darüber hinaus sieht der SPD-Politiker in dem Zusammenschluss die Chance, die Forderung der Belegschaft und der IG Metall nach einem Wechsel in den Metall-Tarifvertrag umzusetzen. Da Deutz bereits nach diesem Tarif bezahle, sei dies ein naheliegender Schritt. Nach Angaben Stenders würde ein solcher Wechsel für die Beschäftigten rund 15 Prozent mehr Lohn bedeuten. Vom wirtschaftlichen Aufschwung des Unternehmens müssten auch jene profitieren, die ihn erarbeiteten.
