„Die Mauer muss weg“ – Flensburg verabschiedet sich von einem bunten Relikt

 |  von Thomsen / Foerde.news

Im Zuge des Neubaus, wird auch die Mauer an der Heinrichstraße abgerissen - Fotos: Thomsen

Flensburg – „Die Mauer muss weg“ – was 1989 in Leipzig als Ruf der Freiheit durch die Straßen hallte, bekommt in Flensburg dieser Tage eine neue, friedliche Bedeutung. Die Rede ist von der kunstvoll gestalteten Mauer in der Heinrichstraße, die dem Neubau von Wohnungen weichen wird.

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Ursprünglich Teil der bekannten Schlachterei Jepsen, schirmte die Mauer einst das Betriebsgelände vor neugierigen Blicken ab. Jahrzehntelang zeigte sie sich in schlichtem Grau – funktional, aber wenig einladend. Erst 2018 hauchte der Flensburger Graffiti-Künstler Sven Schmidt dem Beton neues Leben ein: Mit Erlaubnis der SBV, inzwischen Eigentümerin des Areals, gestaltete er die Wand mit maritimen Motiven – Möwen, Schiffe und Meer sorgten fortan für frischen Wind im Straßenbild.

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Doch wie so oft in einer wachsenden Stadt muss auch das Schönste weichen, wenn der Platz gebraucht wird. Nach dem Abriss der alten Fabrikhallen und der einstigen Schlachterei, im August, folgt nun der nächste Schritt: Der vollständige Rückbau der Mauer in der Heinrichstraße hat am Dienstagmorgen begonnen.

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„Die Mauer muss weg“ – diesmal nicht aus politischem Protest, sondern aus städtebaulicher Notwendigkeit. An ihrer Stelle soll ein neues Wohnquartier ab 2026 entstehen, das dringend benötigten Raum für Familien und Singles schaffen soll.

Der Pressesprecher der SBV bestätigt: „Die Mauer wird im Zuge der weiteren Bauarbeiten vollständig entfernt. Damit schaffen wir Platz für die Zukunft – auch wenn es bedeutet, sich von einem beliebten Kunstwerk zu trennen.“

So endet ein kleines Kapitel Flensburger Geschichte. Die Mauer verschwindet – doch ihre Farben und Geschichten bleiben in Erinnerung.