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Demonstration in Flensburg: Palästinenser erheben ihre Stimmen gegen Gaza-Angriffe

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Rund 200 Teilnehmer kamen zur Demo auf dem Südermarkt, fast genauso viele Polizeibeamte waren vor Ort - Fotos: Thomsen

Flensburg - In Flensburg versammelten sich am Dienstagnachmittag rund 200 Palästinenser zu einer eindrucksvollen Kundgebung, um gegen die anhaltenden militärischen Angriffe im Gaza-Streifen zu protestieren. Diese Veranstaltung markierte einen historischen Moment, da es die bisher größte Demonstration dieser Art in Schleswig-Holstein war. Ursprünglich hatte die Stadt lediglich eine Anmeldung für 50 Teilnehmer erhalten, doch bereits kurz nach Beginn waren weitaus mehr Menschen vor Ort.

Ein auffallender Aspekt dieser Versammlung war die Teilnahme zahlreicher Personen, die teilweise deutlich unter 18 waren, die Fotos verletzter Gleichaltriger in die Höhe hielten, unter der palästinensischen Flagge sangen und tanzten.

Die Demonstranten brachten ihre Forderungen mit Slogans wie "Freiheit für Gaza" und "Stoppt die Bombardierung von Gaza" zum Ausdruck. Rufe wie "Allahu akbar" ("Gott ist am größten") hallten über den Platz. Einige wenige Personen schwenkten in der Menge Israel-Flaggen. Dieser Protest folgte knapp zwei Wochen nach dem gewaltsamen Angriff der militant-islamistischen Hamas auf Israel am 7. Oktober.

Die Organisatoren hatten von Anfang an betont, dass die Kundgebung friedlich ablaufen sollte. Ein Sprecher des Palästinensischen Vereins warnte davor, dass Teilnehmer, die israelfeindliche Parolen riefen, sofort von der Veranstaltung ausgeschlossen würden.

Trotz der anfänglichen Friedfertigkeit eskalierte die Situation nach etwa zwei Stunden, als die Rufe der Gegenseiten in verschiedenen Sprachen lauter wurden. Ein Vertreter der pro-israelischen Gruppe beklagte antisemitische Äußerungen, die ihrerseits mit Rufen wie "Nieder mit Hamas!" und "Nieder mit Fatah!" erwidert wurden. Die Polizei musste schließlich eingreifen und eine Person aus der Menge entfernen, während ein anderer Demonstrant versuchte, zwischen den aufgebrachten Parteien zu vermitteln.

Alexander Klindworth-März, Leiter der "Zentralen Einheit Schutz-Integration-Teilhabe" der Stadt, hatte im Vorfeld die Bedeutung eines friedlichen Protests betont. Er war ebenfalls vor Ort und lobte die erfolgreiche Kommunikation mit dem Palästinensischen Verein Flensburg, der die Kundgebung organisierte. Dies bestätigte auch der Pressesprecher der Stadt Flensburg Christan Reimer und ergänzte die Kommunikation verlief Reibungslos und jeder hatte Verständnis für die andere Seite. "Sie möchten zeigen, dass friedliche Proteste möglich sind", betonte Klindworth-März und verwies auf vergleichbare Ereignisse in anderen Städten. Gleichzeitig äußerte er jedoch Bedenken hinsichtlich der weiteren Entwicklung der Demonstration und sagte: "Wir machen uns ein wenig Sorgen darüber, wer noch von außerhalb dazukommt."

Die Sicherheit der Veranstaltung wurde durch ein umfangreiches Polizeiaufgebot gewährleistet, das an diesem Nachmittag im Einsatz war. Etwa 200 Polizeibeamte überwachten die Situation in der gesamten Innenstadt, und aus Sicherheitsgründen wurde der Busverkehr rund um den Südermarkt für etwa vier Stunden eingestellt. -In Bezug auf die Herkunft und die genaue Anzahl der vor Ort befindlichen Polizisten gab die Pressestelle der Polizei keine Auskunft. Auf Anfrage verwies sie unter Berufung auf einsatztaktische Gründe auf eine Geheimhaltungspolitik.

"Für alle Fälle wolle man genügend Einsatzkräfte vor Ort haben," hieß es weiter.

Da die Demonstration während ihrer gesamten Dauer nicht auf Deutsch abgehalten wurde, blieben die konkreten Forderungen für die umstehenden Personen schwer verständlich.

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