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„Das letzte Hemd“ - Was ist das?
| von Thomsen / Foerde.news
Flensburg – Eine Initiative aus Schleswig-Holstein steckt hinter den weißen Hemden mit der Aufschrift „Das letzte Hemd“, die seit einiger Zeit vor allem in Norddeutschland an Ortsschildern und anderen gut sichtbaren Stellen auftauchen. Mit der Aktion will die Gruppe auf steigende Belastungen für Bürger und Betriebe aufmerksam machen. Zugleich betont sie ihre parteipolitische Unabhängigkeit.
Initiative versteht sich als parteilos
Hinter der Aktion steht der Zusammenschluss „Schleswig-Holstein steht auf“. Nach eigenen Angaben gehören ihm Angestellte, Rentner, Handwerker, Hausfrauen und Unternehmer aus verschiedenen Branchen an. Ziel der Initiative sei es, öffentliche Debatten anzustoßen und weitere Bürger zum Mitmachen zu bewegen.
Die Gruppe bezeichnet sich ausdrücklich als parteilos. Sie werde von keiner Partei unterstützt und lehne eine parteipolitische Vereinnahmung ab, heißt es in einer Mitteilung.
Kritik an der Politik der Bundesregierung
Inhaltlich fordert die Initiative einen politischen Kurswechsel. Einen Schwerpunkt bildet dabei der Krieg in der Ukraine. Die Gruppe kritisiert die aus ihrer Sicht unzureichenden Bemühungen um politische Lösungen und verlangt die Aufnahme von Friedensverhandlungen.
Darüber hinaus wirft sie den Regierungen der vergangenen Jahre vor, die Interessen der eigenen Bevölkerung nicht ausreichend zu berücksichtigen. Kritisiert werden unter anderem die Verwendung von Steuergeldern, steigende Belastungen für Bürger, hohe Energiekosten sowie Probleme im Gesundheitswesen, in der Wirtschaft und bei der inneren Sicherheit.
Auch der Verlust von Arbeitsplätzen und die Lage einkommensschwacher Menschen werden von der Initiative als zentrale Probleme genannt. Bei diesen Aussagen handelt es sich um die politische Bewertung der Gruppe.
Hemden sollen leere Taschen symbolisieren
Zu den bisherigen Aktionen des Zusammenschlusses gehören Kundgebungen, friedliche Spaziergänge, Fahrzeugkorsos und das sogenannte Brückenleuchten über Autobahnen. Nach Angaben der Organisatoren spielt das Thema Frieden bei vielen Veranstaltungen eine zentrale Rolle.
Die Idee zur Aktion „Das letzte Hemd“ sei innerhalb der Initiative entstanden. Zunächst seien mehrere hundert Hemden in Norddeutschland aufgehängt worden. Inzwischen erhalte die Gruppe nach eigenen Angaben auch Bilder von Standorten in anderen Bundesländern.
Die Botschaft der Aktion lautet: „Sie nehmen uns das letzte Hemd.“ Damit wolle die Initiative ausdrücken, dass viele Bürger finanziell zunehmend unter Druck geraten seien und kaum noch weitere Belastungen tragen könnten. Zugleich greift die Aktion das Sprichwort „Das letzte Hemd hat keine Taschen“ auf.
Unterstützung für weiteres Protestprojekt
Die Initiative unterstützt nach eigenen Angaben auch das Projekt „M1llion Berlin“, da sie dort ähnliche politische Grundgedanken wiedererkenne. Einzelheiten zu dessen Programm sollen in gesonderten Unterlagen dargestellt werden.
Aufbau einer festen Struktur
Aufgrund der großen Resonanz arbeite „Schleswig-Holstein steht auf“ derzeit an einer festeren Organisationsstruktur. Zuständigkeiten und personelle Besetzungen sollen geregelt werden. Zudem befinde sich eine Internetseite im Aufbau.
Nach Darstellung der Initiative habe eine Partei einen Film der Gruppe ohne Genehmigung für eigene Werbezwecke verwendet. Dagegen sei bereits Widerspruch eingelegt worden. Die Organisatoren unterstreichen erneut, dass sie parteilos bleiben wollen.
Besonders wichtig sei der Initiative nach eigenen Angaben, dass sämtliche Aktionen friedlich verlaufen.
Abschließend weist Pressesprecherin Laura den Eindruck zurück, die Initiative stehe der AfD oder anderen Gruppen aus dem rechten politischen Spektrum nahe. „Wir würden gegen jede Regierung auf die Straße gehen, die aus unserer Sicht nicht zum Wohle der Gesellschaft handelt“, erklärt Laura.
