Abgesackte Gullideckel sorgen in Flensburg für Ärger und Gefahr
| von Thomsen / Foerde.news
Flensburg – Im gesamten Stadtgebiet sorgen abgesackte Gullideckel und Schachtabdeckungen immer wieder für Probleme. Betroffen sind nach Angaben des Technischen Betriebszentrums (TBZ) nicht nur die Straßen Munketoft, Zur Exe, Süderhofenden, Norderhofenden und Schiffbrücke. Dort sind die Schäden teils deutlich spürbar: Deckel liegen nicht nur wenige Millimeter tiefer, sondern zum Teil mehrere Zentimeter. Für Autofahrer bedeutet das abruptes Abbremsen oder Ausweichen – mit entsprechenden Risiken für Verkehrssicherheit und Fahrzeuge.

Die Abdeckel an der Schiffbrücke in Höhe der Segelmacherstraße ist um mehrere Centimeter abgesackt
Besonders auffällig ist die Situation an der Schiffbrücke. Dort ist nach Beobachtungen vor Ort nicht nur ein Gully betroffen, sondern auch das umliegende Kopfsteinpflaster abgesackt, während der Gully selbst offenbar an seiner ursprünglichen Position verblieben ist. Dadurch entstehen erhebliche Unebenheiten auf der Fahrbahn. Dort weichen Kenner in den Gegenverkehr aus.

Autofahrer die Abdeckung in Höhe des Schiffahrtsmuseum kennen, weichen in den Gegenverkehr aus.
„Der Grund für das Verlegen des Kopfsteinpflasters ist, dass die Asphaltwerke bei niedrigen Temperaturen nicht geöffnet haben“, so die Pressesprecherin Johanna Konnegen vom TBZ Flensburg.
Weiter erklärt sie: „Asphalt kann nur bei warmen Temperaturen verarbeitet werden.“
Wie TBZ-Pressesprecherin Johanna Konnegen auf Anfrage mitteilt, sind die Zustände in den genannten Straßen bekannt. Teilweise seien bereits Erneuerungen einzelner Abdeckungen beauftragt worden. Im Straßenkörper befänden sich zudem nicht nur Schachtabdeckungen und Straßenabläufe, sondern auch Hydranten, Wasserschieber und Abdeckungen von Fernwärmeleitungen. Entsprechende Meldungen würden gegebenenfalls an die Stadtwerke Flensburg weitergeleitet.
Für das Absacken gibt es nach Angaben des TBZ verschiedene Ursachen. Dazu zählen unter anderem hohe Verkehrslasten, Ausspülungen durch Regenwasser, Frost-Tau-Wechsel sowie Alterung und Materialermüdung. Einen grundsätzlich instabilen Untergrund im Hafenbereich sieht das TBZ hingegen nicht. Vielmehr hätten dort vor allem starke Verkehrsbelastungen, insbesondere durch den Busverkehr, sowie Brems- und Wendebewegungen den größten Einfluss auf die Lebensdauer der Schachtabdeckungen.
Die Verantwortung allein den Bussen zuzuschreiben, greift jedoch zu kurz. Während ein Elektrobus rund 23 Tonnen und ein Bus mit Verbrennungsmotor etwa 19 Tonnen wiegt, bringen Lastwagen und Müllfahrzeuge teils deutlich mehr Gewicht auf die Straße.
Instand gesetzt werden die betroffenen Stellen laut TBZ in der Regel im Zuge von Kanalsanierungsmaßnahmen. Akute Fälle, die über den Mängelmelder oder aus den operativen Bereichen des TBZ gemeldet werden, laufen über den Kanalunterhaltungsvertrag und werden fortlaufend abgearbeitet. Ob mehrere Stellen gleichzeitig oder nacheinander saniert werden, hängt somit vom jeweiligen Maßnahmenpaket und der laufenden Bearbeitung ab.

Dort, wo abgesackte Gullideckel eine erhebliche Gefahr für den Verkehr darstellten, wurden die Stellen provisorisch mit Steinen gesichert.
Aktuell umfasst die akute Sanierungsliste nach Angaben des TBZ rund 32 Schachtabdeckungen (Stand: 11. März). Diese Zahl sei jedoch nicht statisch, sondern verändere sich laufend, weil Schäden beseitigt werden, gleichzeitig aber neue hinzukommen. Hinzu kommen demnach weitere 30 bis 40 gemeldete defekte Straßenabläufe, die von der Straßenunterhaltung nach und nach bearbeitet werden.
Ein Problem ist dabei auch die Jahreszeit. Während der Wintermonate können Schachtabdeckungen laut TBZ vielfach nicht erneuert werden, weil der eingesetzte Schachtkopfmörtel für eine vollständige Aushärtung Temperaturen von etwa zehn Grad über einen längeren Zeitraum benötigt. Neue Meldungen sammeln sich in dieser Zeit daher häufig zunächst an und können erst bei milderen Witterungsbedingungen abgearbeitet werden.
Auch die Art der Reparatur wirft immer wieder Fragen auf. So wurden an einzelnen Stellen, etwa im Bereich Schleswiger Straße/Munketoft oder in der Neustadt an der Werftstraße auf Höhe der Tankstelle, Steine zur Einfassung verwendet. Nach Angaben des TBZ handelt es sich dabei um eine fachgerechte Bauweise. In Flensburg werde diese Lösung inzwischen allerdings nur noch selten bis gar nicht mehr angewendet. Als Grund nennt das TBZ unter anderem auch Mindestabnahmemengen von Asphalt, die im Einzelfall eine Rolle spielen können.
Unter dem Strich zeigt sich: Die Problematik abgesackter Gullideckel ist der Stadt bekannt, eine schnelle Komplettlösung gibt es jedoch nicht. Die Sanierung erfolgt schrittweise und bleibt angesichts neuer Schäden sowie witterungsbedingter Verzögerungen eine Daueraufgabe. Kurz nach unserer Anfrage beim TBZ wurden mehrere Gullideckel und Abdeckungen grün markiert.