Wasserrettung: 30-Jähriger wehrt sich heftig

 |  von Thomsen / Foerde.news

Die Feuerwehr hatte schwerigkeiten den Mann aus dem Wasser zu retten - Fotos: Thomsen

Flensburg – Am zweiten Weihnachtstag hat ein 30-jähriger Mann gegen 10.10 Uhr einen Rettungseinsatz in der Flensburger Förde ausgelöst. Der Mann sprang mutmaßlich unter Drogeneinfluss in das etwa 5.3 Grad kalte Wasser und musste später mit starker Unterkühlung ins Krankenhaus gebracht werden.

Nach ersten Erkenntnissen hatte der 30-Jährige zuvor Drogen konsumiert, seine Jacke, sein T-Shirt und seine Schuhe ausgezogen und seinen Rucksack beiseite gelegt. Anschließend sprang er in die Förde. Passanten bemerkten die Situation und wählten den Notruf.

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Die Berufsfeuerwehr Flensburg wurde zunächst zur Schiffbrücke auf Höhe der Hansens Brauerei alarmiert. Noch auf der Anfahrt wurde der Einsatzort korrigiert, da der Mann im kalten Wasser offenbar ein Ziel hatte und vermutlich losschwimmen wollte.
Ob er auf die andere Hafenseite schwimmen wollte, ist derzeit unklar. Die Einsatzkräfte, darunter auch Berufstaucher sowie weitere Kräfte aus der Freizeitabteilung, fuhren daraufhin in Höhe der Segelmacherstraße an.

An der dort abgebrochenen Kaikante mussten sich die ebenfalls alarmierten Polizeikräfte gewaltsam Zugang zum Wasser verschaffen. Sie öffneten ein Vorhängeschloss am Zaun, um zur Förde zu gelangen. Diesen Zugang nutzte auch die Feuerwehr und setzte zunächst zwei Einsatzkräfte in sogenannten Überlebensanzügen ins Wasser. Diese versuchten, den Mann zu retten. Als der 30-Jährige die beiden Feuerwehrmänner bemerkte, schwamm er jedoch weiter in Richtung Hafen Ost.

Da die Sicherungsleinen der im Wasser befindlichen Einsatzkräfte an ihre Grenze kamen, entschieden sich die Einsatzleiter, das Boot der Feuerwehr einzusetzen. Auf Höhe des Büro- und Wohnhauses „Klarschiff“ konnten die Kräfte den Mann einholen. Der 30-Jährige wehrte sich jedoch heftig, sodass die Besatzung ihn zunächst nicht ins Boot ziehen konnte. Schließlich sicherten sie ihn an der Außenseite des Bootes und brachten ihn zurück zur abgebrochenen Kaikante.

Dort wurde der Mann von weiteren Rettungskräften und der Polizei unter Anstrengungen, da er sich immer noch wehrte, aus dem Wasser gezogen, und auf eine bereitgestellte Trage gelegt, fixiert und mit starker Unterkühlung ins Krankenhaus gebracht.

Die Polizei sicherte anschließend seine persönlichen Gegenstände. In seinem Hab und Gut fanden die Beamten eine Dose mit vermutlich den Resten der zuvor konsumierten Drogen.

Der Einsatz dauerte insgesamt rund eine halbe Stunde. Da die Einsatzfahrzeuge direkt auf der Schiffbrücke standen, kam es im Bereich ab der Neuen Straße in Fahrtrichtung Norden zu Verkehrsbehinderungen. Wie genau es zu dem Vorfall kam und welche Rolle die Drogen dabei spielten, wird nun von der Polizei weiter geprüft.