Tonnenschwerer Auflieger löst sich von Sattelzug
| von Jasper Hentschel
Satrup – Ein mit Fleisch beladener Sattelzug hat am Mittwochabend in Satrup einen folgenschweren Defekt erlitten. In einer Kurve auf der L23 löste sich der tonnenschwere Auflieger von der Zugmaschine. Verletzt wurde bei dem Zwischenfall niemand.
Der Sattelzug war nach Angaben aus Richtung der Böklunder Wurst- und Fleischwarenfabrik in Richtung Flensburg unterwegs, als die Fahrt plötzlich ein unerwartetes Ende nahm. Eine Lkw-Fahrerin befuhr die L23 in Fahrtrichtung Obdrup, als sie in einer Kurve ein verdächtiges Knacken bemerkte. Kurz darauf veränderte sich das Fahrverhalten des Gespanns deutlich, wie sie gegenüber der Polizei schilderte.
Die Fahrerin reagierte geistesgegenwärtig und brachte die Zugmaschine zum Stehen. Während des Bremsvorgangs rutschte der Auflieger jedoch nach vorn und prallte gegen das Heck der eigenen Zugmaschine. Dabei wurden sämtliche Druckluft- und Versorgungsleitungen abgerissen. Die Zugmaschine war anschließend fahrunfähig, während der Auflieger noch teilweise auf ihr auflag.
Dass der Sattelauflieger nicht vollständig auf die Fahrbahn stürzte, war offenbar auch dem schnellen Eingreifen von Anwohnern zu verdanken. Weil der beschädigte Auflieger noch halb auf der Zugmaschine lag, eilten Nachbarn zur Unfallstelle und halfen, die mechanischen Stützen des Aufliegers per Hand auszufahren. Erst dadurch konnte die Zugmaschine vom Auflieger getrennt werden.
Zum Zeitpunkt des Unfalls war der Auflieger etwa zur Hälfte mit Fleisch beladen. Für die Ware bestand trotz des unfreiwilligen Zwischenstopps keine Gefahr, da die Kühlung autark und damit unabhängig von der Zugmaschine funktionierte.
Weil sich die Unfallstelle direkt hinter einer unübersichtlichen Kurve befand, musste die Flensburger Straße für mehrere Stunden voll gesperrt werden. Der Verkehr wurde großräumig über den Mühlenholzer Weg und den Nikolaibogen umgeleitet. Polizei und Bauhof der Gemeinde übernahmen die Absicherung der Unfallstelle.
Für die Bergung wurde ein Spezialunternehmen aus Hamburg hinzugezogen, das zunächst einen Gutachter zur Einsatzstelle schickte, um das weitere Vorgehen zu planen. Erst mit dem Eintreffen eines schweren Bergungsfahrzeugs und einer Ersatzzugmaschine konnte der Auflieger von der Straße geholt werden. Der Sachschaden an der Trägerplatte und an der Zugmaschine ist erheblich. Wie es zu dem Defekt kam, dürfte nun weiter geprüft werden.