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SEK-Einsatz in Harrislee: 43-Jähriger soll über 100 Fahrzeugreifen beschädigt haben

 |  von Thomsen / Foerde.news

Harrislee

Harrislee – Harrislee – Am Dienstag kam es in der Gemeinde Harrislee (Kreis Schleswig-Flensburg) zu einem größeren Polizeieinsatz. Auslöser war ein 43-jähriger Mann, der mutmaßlich unter Alkoholeinfluss stand und im Verdacht steht, in zahlreichen Fällen Reifen von Kraftfahrzeugen beschädigt zu haben.

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Nach aktuellem Ermittlungsstand näherte sich der Beschuldigte gegen Mittag einem Mehrfamilienhaus am Holmberg und versuchte gewaltsam, sich Zutritt zum Gebäude zu verschaffen. Dabei soll er mehrere Mitarbeiter eines dort tätigen Hausmeisterdienstes bedroht haben. Diese konnten sich unverletzt in Sicherheit bringen.

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Im weiteren Verlauf begab sich der Tatverdächtige auf eine angrenzende Parkplatzfläche, wo er – laut Zeugenangaben – unter lautem Geschrei mit einem Messer bewaffnet mehrere Fahrzeuge mutwillig beschädigt haben soll. Nach ersten Erkenntnissen der Polizei wurden dabei an mindestens 100 Fahrzeugen Reifen zerstochen. Die Tat wurde durch Anwohner und Passanten videografisch dokumentiert.

Der entstandene Sachschaden wird derzeit auf einen Betrag im unteren fünfstelligen Eurobereich geschätzt.

Infolge der Notrufe leitete die Polizeidirektion Harrislee umgehend Maßnahmen zur Gefahrenabwehr ein und alarmierte unter anderem das Spezialeinsatzkommando (SEK) aus Kiel. Der Beschuldigte hatte sich zu diesem Zeitpunkt bereits in eine Wohnung am Süderholm zurückgezogen und diese verbarrikadiert. Hausbewohner meldeten möglicherweise einen Schuss aus dem Inneren der Wohnung. Die Polizei nahm daraufhin die Lageeinschätzung in enger Abstimmung mit Spezialeinheiten vor.

Gegen 15:00 Uhr erfolgte der Zugriff durch das SEK. Der Beschuldigte konnte unter Anwendung unmittelbaren Zwangs überwältigt werden. Ein Notarzt stellte leichte Verletzungen fest; eine stationäre Aufnahme war nicht erforderlich. Der Mann wurde in das Polizeigewahrsam Flensburg überstellt.

Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen übernommen. Gegen den Tatverdächtigen werden unter anderem Ermittlungen wegen des Verdachts der Bedrohung (§ 241 StGB), der gemeinschädlichen Sachbeschädigung (§ 304 StGB) sowie wegen Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung von Straftaten (§ 126 StGB) geführt. Die abschließende juristische Bewertung bleibt der zuständigen Staatsanwaltschaft vorbehalten.

Die zwischenzeitlich gesperrte Straße Süderholm konnte gegen 16:00 Uhr wieder freigegeben werden. Die Polizei nahm bislang mehr als 20 Anzeigen von Geschädigten entgegen.