Rentnerin fällt auf Love-Scamming herein – Mehr als 10.000 Euro verloren
| von Thomsen / Foerde.news
Kreis Schleswig-Flensburg – Die Polizei warnt erneut vor der perfiden Betrugsmasche „Love-Scamming“ im Internet. Wie die Pressesprecherin der Polizeidirektion Flensburg, Sandra Otte, am Mittwoch mitteilte, wurde eine 71-jährige Frau aus dem Kreisgebiet Opfer eines solchen Betrugs und verlor dabei über 10.000 Euro.
Laut Angaben der Polizei nahm die Rentnerin Ende Mai über Facebook Kontakt zu einem Unbekannten auf. Der Mann, der vorgab, auf einer Bohrplattform zu arbeiten, erschlich sich nach und nach das Vertrauen der Frau. In der Folge schilderte er eine angebliche finanzielle Notlage und bat um Geld – angeblich könne er seine Rechnungen nicht mehr begleichen. Die 71-Jährige überwies daraufhin mehrfach per PayPal verschiedene Beträge an ein fremdes Konto.
Erst als eine weitere Zahlung an ein vermeintliches Logistikunternehmen gefordert wurde, schöpfte die Frau Verdacht und wandte sich an die Polizei. Der Gesamtschaden beläuft sich nach Angaben der Ermittler auf mehr als 10.000 Euro.
Was ist Love-Scamming?
Beim sogenannten Love-Scamming handelt es sich um eine Form des Internetbetrugs, bei der die Täterinnen und Täter gezielt über soziale Netzwerke oder Messenger-Dienste Kontakt zu potenziellen Opfern aufnehmen. Sie bauen rasch eine emotionale Beziehung auf, sprechen Liebeserklärungen aus und stellen gemeinsame Zukunftspläne in Aussicht. Persönliche Treffen werden zwar in Aussicht gestellt, jedoch regelmäßig aus fadenscheinigen Gründen abgesagt. In den meisten Fällen bleibt es beim schriftlichen Austausch.
Im weiteren Verlauf bitten die Betrüger dann um finanzielle Unterstützung – etwa wegen angeblicher Notlagen wie gestohlenen Bankkarten, plötzlichen Krankheitsfällen oder anderen Notfällen.
Polizei gibt Tipps zum Schutz vor Betrug
Um sich vor Love-Scamming zu schützen, rät die Polizei grundsätzlich zu Vorsicht bei Kontakten mit Unbekannten im Internet. Profile potenzieller Partner sollten sorgfältig geprüft werden. Finanzielle Transaktionen mit Online-Bekanntschaften seien zu vermeiden, zudem solle man sich nicht unter emotionalen Druck setzen lassen. „Betrug kann jeden treffen“, betont Polizeisprecherin Otte.
Opfer von Internetkriminalität werden dazu aufgefordert, Anzeige zu erstatten und alle Mails sowie Chatverläufe als Beweismittel zu sichern. Die Polizei betont: „Auch im digitalen Raum haben Geschädigte die gleichen Rechte wie bei anderen Straftaten.“