Kollision am Bahnübergang: Zug streift Fahrzeug
| von Thomsen / Foerde.news
Maasbüll – Am Samstagmorgen gegen 9:30 Uhr kam es auf der Bahnstrecke Flensburg–Kiel bei Maasbüll zu einem Unfall: Eine Autofahrerin fuhr aus Richtung der Landesstraße 96 auf den mit Halbschranken gesicherten Bahnübergang an der Bahnhofstraße zu und passierte — aus bislang ungeklärten Gründen — trotz geschlossener Schranken den Übergang. In diesem Moment erfasste der aus Flensburg kommende Regionalexpress RE 72 auf dem Weg zur Schleibrücke Lindaunis die Front ihres VW-Busses.
Der Triebfahrzeugführer brachte den Zug rund 150 Meter hinter dem Übergang zum Stehen. Neben ihm befanden sich eine Zugbegleiterin und 13 Fahrgäste im Zug; alle blieben unverletzt. Die Autofahrerin wurde von Anwohnern noch vor Eintreffen der Rettungskräfte aus dem Fahrzeug geholt, stand unter Schock und kam vorsorglich ins Krankenhaus. Ein mitfahrender Hund blieb unversehrt und wurde von Angehörigen abgeholt. Auch der Lokführer erlitt einen Schock und ließ sich zur Untersuchung in eine Klinik fahren.
Vor Ort waren die Freiwilligen Feuerwehren Maasbüll, Hürup-Weeseby und Wees-Oxbüll-Ulstrup sowie zahlreiche Rettungswagen und ein Notarzt. Die Bahn sperrte sowohl die Strecke als auch den Übergang; zunächst gab es keinen Ersatzverkehr, erst zur Mittagszeit sollte der Betrieb wieder anlaufen. Der stark beschädigte VW-Bus wurde von der Feuerwehr von den Gleisen auf einen nahegelegenen Parkplatz geschoben und soll von dort abgeschleppt werden. Da der Zug nicht weiterfahren konnte, organisierte der Notfallmanager die Weiterreise der Fahrgäste mit einem Linienbus. Der Zug wurde dafür wieder bis zum Bahnübergang zurückgefahren, sodass die Fahrgäste über eine provisorische Treppe aus Paletten den Zug verlassen konnten. Anschließend wurde der Zug zurück nach Flensburg überführt.
Bei dem Zusammenstoß wurde auch die Schrankenanlage beschädigt; ein Schrankenbaum riss ab. Laut Bundespolizei ist offen, ob ein schneller Austausch möglich ist oder der Übergang vorübergehend durch Sicherungsposten bewacht werden muss. Die Arbeiten an der Unfallstelle sollten bis Samstagmittag andauern. Die Bundespolizei ermittelt zur Unfallursache; warum die Fahrerin die geschlossenen Schranken missachtete, ist weiterhin unklar.
