- Anzeige -

Großübung in Süderbrarup: Chlorgas-Unfall simuliert – 200 Einsatzkräfte proben den Ernstfall

 |  von Thomsen / Foerde.news

Wer rastet, der rostet - Daher muss geübt werden - auch mit vielen anderen Organisatoren - Fotos: Pressewart Amtsfeuerwehr Süderbrarup.

Süderbrarup – Ein massives Aufgebot von Feuerwehr und Rettungsdiensten hat am Samstagnachmittag für Aufsehen im schleswig-holsteinischen Süderbrarup gesorgt. Rund 200 Einsatzkräfte trainierten auf dem Gelände eines Baustoffhändlers an der Bundesstraße 201 den Ernstfall: ein Chemieunfall mit gefährlicher Gasfreisetzung.

- Anzeige -
Anzeige

Was für Passanten wie ein dramatischer Unglücksort wirkte, war in Wahrheit eine sorgfältig geplante Katastrophenschutzübung. Das Übungsszenario: Bei der Entladung von Gefahrstoffen in einer Lagerhalle des „team“-Baumarkts kommt es zu einer folgenschweren Reaktion – Salzsäure trifft auf Poolreiniger, es entsteht giftiges Chlorgas. Ein Gasnebel zieht in Richtung Verkaufsräume, Dutzende Menschen gelten als verletzt.

Realitätsnah inszeniert – 34 „Verletzte“ im Baumarkt

Feuerwehr und Rettungsdienste wurden mit einem realitätsnahen Szenario konfrontiert. Insgesamt 34 Personen – dargestellt von Jugendlichen aus der Feuerwehr, Baumarktmitarbeitern und Auszubildenden des DRK – spielten Verletzte mit täuschend echt geschminkten Wunden: Verbrennungen, Brüche, Schnittverletzungen. Zwei der „Patienten“ befanden sich laut Übungsannahme in akuter Lebensgefahr.

Auch das Verhalten der Statisten war beeindruckend abgestimmt auf die Lage: Zwischen Schockstarre und Hilferufe wurde das gesamte Spektrum möglicher Reaktionen abgebildet. Die Rettungskräfte mussten die Opfer unter Atemschutz aus dem Gebäude bringen, dekontaminieren und medizinisch versorgen.

Koordination und Kommunikation im Fokus

Neben der initial gemeldeten Brandbekämpfung und Menschenrettung lag ein zentrales Augenmerk auf der Koordination der Einsatzabschnitte. Zwei Dekontaminationszonen wurden eingerichtet, in denen Kleidung und Haut gereinigt wurden, bevor die Betroffenen in Behandlungszelten weiter versorgt wurden. Der Rettungsdienst simulierte daraufhin die Einweisung in umliegende Kliniken.  Feuer mussten die Einsatzkräfte nicht löschen.

Beteiligt waren neben den örtlichen Wehren auch Spezialeinheiten für den Massenanfall von Verletzten (MANV). Mit zehn Rettungswagen, mehreren Geräte- und Mannschaftswagen rückten sie zum Einsatzort an.

Öffentliches Interesse – Anwohner als stille Beobachter

Die spektakuläre Übung blieb auch den Anwohnern nicht verborgen: Viele verfolgten das Geschehen am Rande – ein Bild, das an reale Katastropheneinsätze erinnerte. Einsatzfahrzeuge, Blaulicht, hektisches Treiben – Süderbrarup bot für gut zwei Stunden das Bild eines groß angelegten Rettungseinsatzes.

Die gewonnenen Erkenntnisse sollen nun in die weitere Einsatzplanung einfließen. „Solche Übungen sind unverzichtbar“, so ein Sprecher der Einsatzleitung. „Sie helfen uns, im Ernstfall Leben zu retten.“