Gefährliche Verfolgungsfahrt durch Flensburg: Mehrere Unfälle und Leichtverletzte
| von Thomsen / Foerde.news
Flensburg – Bei einer Verfolgungsfahrt durch das Flensburger Stadtgebiet sind am späten Mittwochabend, 1. April 2026, mehrere Verkehrsteilnehmer gefährdet und mehrere Unfälle verursacht worden. Nach Polizeiangaben wurden zwei Beamte leicht verletzt, außerdem wurde ein Kleinkind in einem unbeteiligten Fahrzeug ersten Erkenntnissen zufolge leicht verletzt.
Ausgangspunkt des Einsatzes war gegen 21.50 Uhr im Bereich Ballastbrücke eine geplante Verkehrskontrolle durch zivile Einsatzkräfte. Ein Mercedes-Fahrer entzog sich jedoch der Kontrolle und setzte seine Fahrt mit deutlich überhöhter Geschwindigkeit fort. Im weiteren Verlauf missachtete er mehrere rote Ampeln.
Die Flucht führte über den Hafendamm, Norderhofenden und die Schiffbrücke in Richtung Werftstraße. Im Bereich Speicherlinie und Neue Straße kam es dabei unter anderem zu Beinahe-Unfällen mit anderen Verkehrsteilnehmern. Nach den bisherigen Erkenntnissen befuhr das Fahrzeug zudem wiederholt Gehwege sowie eine Busspur entgegen der vorgeschriebenen Fahrtrichtung.
Auf der Werftstraße stieß der Mercedes zunächst mit einem Streifenwagen zusammen. Trotz der Kollision setzte der Fahrer seine Flucht fort und verursachte einen weiteren Unfall mit einem weiteren Einsatzfahrzeug. Im Brauereiweg verließ der Fahrer den Wagen noch während der Fahrt und flüchtete zu Fuß. Das Fahrzeug rollte anschließend weiter und kollidierte mit dem Wagen eines unbeteiligten dänischen Verkehrsteilnehmers. In diesem Fahrzeug befand sich auch ein Kleinkind, das dem ersten Anschein nach leicht verletzt wurde.
Sowohl der Fahrer als auch der Beifahrer flüchteten zunächst zu Fuß, konnten jedoch wenig später von Einsatzkräften gestellt und vorläufig festgenommen werden. Bei dem 21-jährigen syrischen Fahrer besteht der Verdacht, dass er unter dem Einfluss berauschender Mittel stand. Der ebenfalls zunächst festgenommene 21-jährige syrische Beifahrer leistete nach Polizeiangaben während der Sachverhaltsaufnahme Widerstand gegen die Maßnahmen.
Insgesamt waren vier Fahrzeuge in die Unfälle verwickelt, darunter zwei Streifenwagen. Neben den beiden leicht verletzten Polizeibeamten entstanden auch Sachschäden an einer Grünfläche sowie an einem Mülleimer.
Gegen die Beschuldigten wurden unter anderem Ermittlungsverfahren wegen Gefährdung des Straßenverkehrs, verbotenen Kraftfahrzeugrennens, unerlaubten Entfernens vom Unfallort, Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte sowie Fahrens ohne Fahrerlaubnis eingeleitet. Zudem stellte die Polizei mehrere Verkehrsordnungswidrigkeiten fest.
Die Polizei bittet nun Zeuginnen und Zeugen, insbesondere möglicherweise gefährdete Fußgänger oder andere Verkehrsteilnehmer, sich beim Verkehrsermittlungsdienst des 1. Polizeireviers Flensburg zu melden. Hinweise werden unter der Telefonnummer 0461/484 0 sowie per E-Mail an ved.flensburg.1pr@polizei.landsh.de entgegengenommen.