| von Thomsen / Foerde.news
Im Restaurant Borgerforening kamen am Freitagabend zahlreiche Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehren, Vertreter anderer Blaulichtorganisationen sowie Gäste aus Politik und Verwaltung zur jährlichen Delegiertenversammlung zusammen. Zu den Gästen zählten unter anderem Erik Metzger vom THW, Frank Hackbarth von den Maltesern, Hanspeter Schwartz von der Bundespolizei sowie Bürgermeister und Kämmerer Henning Brüggemann.
Brüggemann eröffnete den Abend mit einem Grußwort und hob die große Bedeutung der Freiwilligen Feuerwehr für Flensburg hervor. Er verwies dabei auch auf die wachsenden Herausforderungen durch Klimawandel, Krisenlagen und geopolitische Unsicherheiten. Für einen ungeplanten und heiteren Moment sorgte der Bürgermeister allerdings selbst, als er während seiner Rede den Faden verlor und schließlich mit bemerkenswerter Offenheit sagte: „Ich kriege das Idiot gar nicht hin.“ Im Saal wurde die ehrliche Reaktion mit Lachen und Applaus aufgenommen.
Für Brüggemann sprang anschließend der Leiter der Berufsfeuerwehr Flensburg, Carsten Herzog, mit einer freien Rede ein. Er nahm die Situation mit Humor auf und erklärte, so ein Blackout könne jeden einmal erwischen. Anschließend betonte er die enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Berufsfeuerwehr und Freiwilliger Feuerwehr und sprach zugleich über die zunehmende Bedeutung von Katastrophenschutz, Vorsorge und gesellschaftlicher Resilienz. Themen wie Blackout-Lagen, Sirenenkonzepte und Notfallinformationspunkte rückten dabei ebenso in den Fokus wie die Notwendigkeit, die Bevölkerung stärker für Krisenvorsorge zu sensibilisieren.
Im Jahresbericht des Stadtfeuerwehrverbandes wurde deutlich, dass sich die Mitgliederzahlen weitgehend stabil entwickelt haben. Die Zahl der Aktiven liegt bei 228, in den Jugendabteilungen engagieren sich 133 Mitglieder, insgesamt gehören dem Verband 435 Mitglieder an. Fortschritte gibt es bei der Mitgliedergewinnung, in der Digitalisierung und bei der Ausstattung der Wehren. Zudem wurde berichtet, dass Beamte der Berufsfeuerwehr künftig auch in der Freiwilligen Feuerwehr mitwirken können. Auch Bauprojekte wie die neuen Gerätehäuser für die Innenstadt und Tarup wurden hervorgehoben.
E
in weiterer Schwerpunkt war die Ausbildung. Genannt wurden unter anderem Fahrertrainings, Übungen zur technischen Hilfeleistung sowie ein verstärktes Atemschutznotfalltraining. Daneben wurde die Arbeit der Jugendfeuerwehr gewürdigt, die unter anderem ein Schutzkonzept für Kinder und Jugendliche weiterentwickelt und neue Ausbildungsformate vorbereitet.
Auch das Ehrenamt jenseits des Einsatzdienstes spielte eine Rolle. So wurde eine Arbeitsgruppe Sport gegründet, mit der Jascha Bieberstein und Heiko Jessen mehr Mitglieder für Bewegung und Fitness begeistern wollen.
Zum Ende des Abends standen die Ehrungen im Mittelpunkt der Versammlung. Stadtbrandmeister Mario Quade hielt die Laudatio auf Carsten Herzog und würdigte dessen langjähriges und prägendes Wirken für das Feuerwehrwesen in Flensburg. Herzog habe als Leiter der Berufsfeuerwehr die Zusammenarbeit zwischen Berufsfeuerwehr und Freiwilligen Feuerwehren maßgeblich geprägt und weiterentwickelt. Besonders hervorgehoben wurde das respektvolle und unkomplizierte Miteinander in fachlichen Fragen und bei Entscheidungen. Zudem habe Herzog gemeinsame Übungen, Projekte und einen regelmäßigen Austausch auf den Weg gebracht und damit wesentlich dazu beigetragen, das Verständnis füreinander zu stärken. Auch bei Zukunftsfragen und im Bereich der Feuerwehrliegenschaften habe er wichtige Impulse gesetzt. Mit seiner ruhigen, wertschätzenden Art, seinem offenen Ohr für die Belange der Freiwilligen Feuerwehren und seinem strategischen Blick für die Weiterentwicklung des Feuerwehrwesens habe er sich großes Vertrauen und hohe Anerkennung erworben. Für diese Verdienste erhielt Herzog, der von der Ehrung sichtlich überrascht war, das Schleswig-Holsteinische Feuerwehr-Ehrenkreuz in Gold.
Auch Hanspeter Schwartz wurde im Rahmen der Versammlung besonders ausgezeichnet. Gewürdigt wurde damit vor allem sein außergewöhnliches Engagement rund um den Flensburger Blaulichttag. In der Begründung wurde hervorgehoben, dass Schwarz als Pressesprecher der Bundespolizei mit großem organisatorischem Einsatz maßgeblich zum Erfolg der Veranstaltung beigetragen habe. Es sei ihm gelungen, mehr als 30 Organisationen zusammenzuführen und daraus ein Gemeinschaftsprojekt zu machen, das nicht nur für die Bürger attraktiv sei, sondern auch die Zusammenarbeit der verschiedenen Blaulichtorganisationen nachhaltig stärke. Besonders betont wurden dabei sein Organisationstalent, seine offene und kameradschaftliche Art sowie seine Fähigkeit, die unterschiedlichen Interessen der Beteiligten zusammenzubringen. Für diese Verdienste um die Zusammenarbeit der Hilfs- und Einsatzkräfte erhielt Schwarz das Schleswig-Holsteinische Feuerwehr-Ehrenkreuz in Silber.
Darüber hinaus wurden im Laufe des Abends zahlreiche weitere Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehren geehrt. Die Auszeichnungen galten langjährigem Engagement, besonderen Verdiensten und dem vielfach über Jahre und Jahrzehnte hinweg geleisteten Einsatz für das Feuerwehrwesen in Flensburg. Damit wurde auch sichtbar, wie stark die Arbeit der Feuerwehren vom ehrenamtlichen Einsatz und von der Verlässlichkeit vieler Kameraden getragen wird.
Unter dem Strich zeigte die Versammlung nicht nur die Einsatzbereitschaft und Entwicklung der Flensburger Feuerwehren, sondern auch den engen Zusammenhalt innerhalb der Blaulichtfamilie.
Möchtest du FörderNews unterstützen?