Feuer in leerstehendem Autohaus in Süderbrarup
| von Nico Hessel
Süderbrarup – Drei Feuerwehren mussten am Mittwochabend zu einem brachliegenden Gewerbebetrieb an der B201 in Süderbrarup ausrücken. Gegen 20:30 Uhr waren Zeugen auf Brandgeruch und Feuerschein im ehemaligen Peugeot-Autohaus Thormann in der Schleswiger Straße aufmerksamgeworden.
Als die ersten Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr eintrafen, bestätigte sich die Meldung. Aus einem Fenster im Erdgeschoss des leerstehenden Gebäudekomplexes schlugen bereits die Flammen.
Um den ersten Löschangriff im Innenraum einzuleiten, mussten die Brandschützer eine Fensterscheibe einschlagen, um sich Zugang zum Brandherd zu verschaffen und den Brand im Inneren zu löschen. Dazu musste auch Brandschutt ins Freie befördert und dort abgelöscht werden.
Parallel dazu wurde eine umfassende Erkundung des Objekts eingeleitet. Da bei leerstehenden Immobilien dieser Art nie ganz ausgeschlossen werden kann, dass sich dort unbefugte Personen aufhalten, suchten Einsatzkräfte das erste Obergeschoss über Leitern von außen ab. Aufgrund der massiven Vermüllung im Inneren und akuter Einsturzgefahr war eine Absuche des Obergeschosses über die Treppe nicht mehr möglich. Nach einer intensiven Kontrolle konnte glücklicherweise Entwarnung gegeben werden: Es befanden sich keine Menschen mehr in dem Gebäude.
Das ehemalige Autohaus Thormann ist in der Region und weit darüber hinaus kein unbekanntes Objekt. Der Betrieb in Süderbrarup steht nach Angaben der Feuerwehr schon seit rund 15 Jahren still, doch im Internet führt das Gebäude ein lebendiges Eigenleben. In der sogenannten „Urbexer“-Szene (Urban Exploration), in der Menschen solche Objekte gezielt aufsuchen und erkunden, gilt der Standort als prominenter „Lost Place“. Die Anziehungskraft des Objektes erhöht sich dadurch, das Teile des Geländes ungesichert sind und sich immer noch alte Fahrzeuge in der ehemaligen Werkstatthalle befinden sollen.
Zahlreiche Videos auf Plattformen wie YouTube sowie Fotoserien in sozialen Netzwerken dokumentieren den fortschreitenden Verfall der einstigen Verkaufs- und Werkstatträume. Dieser digitale Ruhm zieht immer wieder Abenteurer an, die auf der Suche nach dem Charme verlassener Orte sind.
Genau diese Bekanntheit rückt nun in den Fokus der Ermittlungen. Da das Gebäude offiziell unbewohnt ist und nach ersten Informationen keine technischen Defekte an einer aktiven Stromversorgung als wahrscheinlich gelten, stellt sich die dringende Frage nach der Entzündungsquelle. Waren möglicherweise Urbexer oder andere unbefugte Besucher im Gebäude unterwegs, die das Feuer entweder vorsätzlich oder fahrlässig durch Unachtsamkeit ausgelöst haben?
Die Polizei hat die Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen und prüft nun, ob es Hinweise auf Fremdeinwirkung gibt. Über die Höhe des entstandenen Sachschadens an der ohnehin baufälligen Immobilie liegen noch keine Angaben vor.