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Fake Anrufe halten die Rettungskräfte in Flensburg auf Trab

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In beiden Fällen geht die Feuerwehr von einer böswilligen Alarmierung und damit einem Missbrauch von Notrufen aus - Foto: Thomsen

Flensburg - Die Meldungen klangen jeweils dramatisch: Ein Anrufer meldete am Abend gleich zwei Mal Gasaustritt in einer Wohnung mit Gefahr für Menschenleben, sowohl im Stadtteil Duburg als auch am Katharinenhof. Doch eine Gefahrensituation lag gar nicht vor, wie die Einsatzkräfte vor Ort feststellten. Sie gehen von böswilligen Alarmierungen aus.

Der erste Anruf erreichte die Rettungsleitstelle nach Angaben von Einsatzleiter Marco Bayer gegen 18.30 Uhr. Nach den Worten des Notrufteilnehmers sollte in einer Wohnung eines Mehrfamilienhauses in der Straße „Am Katharinenhof“ Gas ausströmen. Eine potentiell lebensgefährliche Situation, die ein Großaufgebot in Marsch gesetzt hat. Neben zwei Rettungswagen, einem Notarzt und dem Löschzug rückten auch die Freiwillige Feuerwehr Innenstadt sowie die Polizei und der diensthabende Einsatzleiter der Berufsfeuerwehr aus.

Vor Ort konnten die Einsatzkräfte dann auch eine Person mit dem im Notruf genannten Namen ausfindig machen - „doch der angebliche Anrufer wusste von nichts und konnte glaubhaft versichern, nicht den Notruf gewählt zu haben“, erklärte Einsatzleiter Bayer. Ebenfalls konnte die Feuerwehr nirgendwo im Haus oder der näheren Umgebung ausströmendes Gas feststellen, sodass der Einsatz kurz darauf wieder beendet werden konnte.

Doch nur gut zwei Stunden später wiederholte sich das gefährliche Spiel des Anrufers: Wieder wurden die Rettungskräfte wegen eines Gasaustritts in einer Wohnung alarmiert - dieses Mal in die nur eineinhalb Kilometer entfernte Waldstraße. Erneut wurde das gleiche Großaufgebot alarmiert, das wenig später vor Ort eintraf. Doch wieder trafen die Retter nur auf Ratlosigkeit bei dem angeblichen Anrufer. „Auch hier lag kein Gasaustritt vor“, bestätigte Zugführer Tobi Goos nach einer Erkundung der Lage.

In beiden Fällen geht die Feuerwehr von einer böswilligen Alarmierung und damit einem Missbrauch von Notrufen aus. Dies sorgt bei den Feuerwehrleuten für Unverständnis und Kopfschütteln, denn durch solche Anrufe werden Rettungskräfte unnötig gebunden, die eventuell zur gleichen Zeit anderswo in einer wirklich lebensbedrohlichen Situation gebraucht werden.

In beiden Fällen hat die Polizei die Ermittlungen übernommen und versucht nun, den Anrufer ausfindig zu machen. Sollte dies gelingen, muss er die Kosten für die von ihm verursachten Fehlalarme tragen.

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