Hier kannst du die Förde.news App herunterladen:
Download im App Store   Jetzt bei Google Play

Chemikalienkanister sorgen für Feuerwehreinsatz in Kropp

 |  von Nico Hessel

Bereits zum zweiten Mal sind an diesem Ort illegal abgestellte Kanister entdeckt worden - Fotos: Nico Hessel

Kropp –

Am Sonntag kam es in Kropp zu einem Gefahrguteinsatz. Unbekannte entsorgten acht Kanister – darunter Salzsäure – an Altkleidercontainern. Feuerwehr und Spezialkräfte mussten anrücken.
 
Zum zweiten Mal innerhalb eines Jahres mussten die Einsatzkräfte in Kropp zu einem Gefahrguteinsatz in die Norderstraße ausrücken. Nach einem ähnlichen Vorfall im letzten Jahr am selben Ort kam es am Sonntagmittag erneut zu einer illegalen Entsorgung von gefährlichen Chemikalien. Gegen 12:00 Uhr alarmierten aufmerksame Zeugen die Polizei, nachdem sie hinter Altkleidercontainern an einer Hecke mehrere verdächtige Kanister entdeckt hatten. Was zunächst nach achtlos weggeworfenem Unrat aussah, entpuppte sich dann aber als ein Fall für Spezialkräfte.

Aufgrund der unklaren und potenziell gefährlichen Lage schrillten nicht nur bei der Freiwilligen Feuerwehr Kropp die Melder. Die Leitstelle alarmierte auch den Löschzug Gefahrgut des Kreises zur fachlichen Beratung sowie zwei Rettungswagen und einen Notarzt.

Vor Ort bestätigte sich der Verdacht der erste Verdacht der Einsatzkräfte: Die Erkundung ergab insgesamt acht versteckte Kanister mit verschiedensten chemischen Stoffen. Besonders brisant war ein halb voller Kanister, der mit 40-prozentiger Salzsäure gefüllt war und dessen Deckel bereits porös war.

Die restlichen Behälter enthielten chemischen Bodenreiniger. Einer dieser Kanister verlor ebenfalls schon Teile seines Inhaltes.
Während sich die Rettungswagen und weitere Feuerwehrfahrzeuge auf dem Marktplatz in Bereitstellung sammelten, gingen zwei Trupps unter schwerem Atemschutz vor. Sie holten die Kanister aus ihrem Versteck und verpackten die beiden auffälligen, undichten Behälter in Spezialtüten.

Gegen 13:45 Uhr konnte die Feuerwehr schließlich abrücken und die Einsatzstelle an den Bauhof der Gemeinde übergeben, der die Kanister abtransportierte.
Für die Gemeinde wird die illegale Entsorgung ein teures und aufwendiges Nachspiel haben. Nach ersten Schätzungen eines Bauhofmitarbeiters vor Ort belaufen sich allein die reinen Entsorgungskosten auf rund 1.000 Euro. Da die gefährlichen Stoffe unter keinen Umständen zusammengeschüttet werden dürfen, um chemische Reaktionen sowie das Entstehen gefährlicher Dämpfe oder Gase zu verhindern, gestaltet sich das Verfahren komplex. Ein spezialisiertes Unternehmen aus Lübeck muss nun von jedem einzelnen Kanister Proben nehmen, um zu überprüfen, ob der Inhalt tatsächlich den Beschriftungen entspricht.

Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen. Bereits im vergangenen Jahr kam es an exakt derselben Stelle zu einem fast identischen Einsatz, als dort chemische Flüssigkeiten aus zerstörten Gläsern in einem Glascontainer qualmten.

- Anzeige -