Brandstiftung- Erneuter Brand in Leck – Polizei prüft Zusammenhang
| von Jasper Hentschel
Leck – Seit Mitte Dezember ist die Gemeinde Leck von einer Reihe ungeklärter Brände betroffen. Insgesamt sieben Mal mussten die Freiwilligen Feuerwehren in kurzer Folge ausrücken – unter anderem zu Fahrzeugbränden, einem ausgebrannten Friedhofsgebäude, einem Feuer an einer Lagerhalle und zwei Bränden am Tannenbaum auf dem Kirchplatz. Die Kriminalpolizei ermittelt und prüft mögliche Zusammenhänge.
Am 19. Dezember nahm die Brandserie ihren Anfang. Um 1.23 Uhr wurde die Feuerwehr in die Marktstraße alarmiert. Dort hatte sich ein Feuer an einem Gebäude entzündet. Die Hitze breitete sich bis in das Dach aus, sodass zusätzlich die Drehleiter der Freiwilligen Feuerwehr Niebüll-Deezbüll angefordert wurde. Die Glut hatte nicht nur die Dachbalken erfasst, sondern auch die aus Eternit bestehenden Dachplatten zerstört. Die Feuerwehr löschte die Glutnester von oben ab und kontrollierte das Dach anschließend mit einer Wärmebildkamera.
Nur fünf Tage später, an Heiligabend, wurden die Einsatzkräfte um 17.02 Uhr erneut zu einem Brand gerufen. Dieses Mal stand ein Kleintransporter im vorderen Bereich lichterloh in Flammen. Das Feuer drohte bereits, auf ein Wohnhaus überzugreifen, konnte jedoch von der Feuerwehr rechtzeitig gestoppt werden.
Am frühen Morgen des zweiten Weihnachtsfeiertages folgte der nächste Einsatz. Gegen 4.49 Uhr war zunächst ein Müllcontainerbrand in der Kirchhofstraße gemeldet worden. Beim Eintreffen der ersten Kräfte hatte sich das Feuer jedoch bereits auf den Dachstuhl des angrenzenden Friedhofsgebäudes ausgebreitet. Die Flammen zerstörten das Gebäude vollständig. Nach Angaben von Bürgermeister Andreas Deidert konnten aber die wertvollen Friedhofsbücher und der Fuhrpark vor den Flammen gesichert werden.
In einem weiteren Fall stand auf einem Parkplatz an der Toftstraße ein Auto im Frontbereich in Flammen. Das Fahrzeug brannte völlig aus.
Nachdem der Jahreswechsel zunächst ruhig verlaufen war, wurde die Freiwillige Feuerwehr Leck am Neujahrstag gleich zweimal an denselben Einsatzort gerufen. Sowohl um 9 Uhr am Morgen als auch um 21.21 Uhr am Abend hatten Unbekannte versucht, den großen Tannenbaum am Kirchplatz in Brand zu stecken. In beiden Fällen wurden die Feuer rechtzeitig entdeckt und gelöscht.
Am Samstagabend kam es schließlich erneut zu einem größeren Feuer. Um 23.18 Uhr meldeten Zeugen über den Notruf einen Brand auf dem Gelände eines Agrarhandels in der Industriestraße. An einer Lagerhalle war ein Feuer ausgebrochen, das sich in das Dach der fast 2000 Quadratmeter großen Halle ausbreitete. Bevor die Flammen das gesamte Gebäude erfassen konnten, gelang es den Einsatzkräften der Freiwilligen Feuerwehren Leck, Oster-Schnatebüll-Klintum und Klixbüll-Bosbüll, den Brand einzudämmen und innerhalb von rund zwei Stunden unter Kontrolle zu bringen.
Der Brandort in der Industriestraße liegt nur wenige hundert Meter vom Gerätehaus der Freiwilligen Feuerwehr entfernt, sodass die Einsatzkräfte schnell vor Ort waren. „Es brannte an der Fassade und wir gehen davon aus, dass der Brand außen am Gebäude entstanden ist“, sagte Einsatzleiter Tobias Kaim. Das in der Halle gelagerte Getreide blieb vom Feuer zwar verschont, die Feuerwehr geht jedoch davon aus, dass es durch Verunreinigung mit Fasern der Dachplatten trotzdem unbrauchbar geworden ist. Die Höhe des Sachschadens an der Lagerhalle und dem Getreide konnte zum Ende der Löscharbeiten noch nicht beziffert werden.
In allen Fällen hat die Kriminalpolizei die Ermittlungen aufgenommen und die Brandstellen beschlagnahmt. Die Beamten prüfen, ob zwischen den einzelnen Bränden ein Zusammenhang besteht – auch vor dem Hintergrund der Frage, ob in Leck ein Brandstifter sein Unwesen treibt.