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Jugendherberge in Schleswig wird zur Unterkunft für Geflüchtete umgewandelt

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Am 13. November sollen bereits die ersten 40 Asylsuchenden in die Jugendherberge einziehen - Foto: Nico Hessel

Schleswig - Eine leerstehende Jugendherberge in Schleswig wird zur temporären Unterkunft für bis zu 85 Geflüchtete umgewandelt. Das aus den 1930er Jahren stammende Gebäude in der Spielkoppel 1 stand seit dem Beginn der Corona-Pandemie leer. Jetzt hat die Stadt das Gebäude angemietet und plant, dort die erste Gesamtunterkunft für Geflüchtete in Schleswig einzurichten.

Am 13. November sollen bereits die ersten 40 Asylsuchenden in die Jugendherberge einziehen, teilte der Integrationsbeauftragte der Stadt, Haidar Chahrour, am Montag mit. Angesichts knappen Wohnraums und hoher Zahlen an Geflüchteten hat die Stadt nach Alternativlösungen gesucht. Bislang wurden Geflüchtete in der Stadt direkt in private Mietwohnungen untergebracht.

"Die Lage auf dem Wohnungsmarkt ist sehr angespannt, und dementsprechend mussten wir reagieren", erklärte Chahrour. Die Jugendherberge wurde angepasst, um den Bedürfnissen der Geflüchteten gerecht zu werden. Die Großküche verfügt nun über mehrere Kochstellen und Kühlschränke, und Mehrbettzimmer sollen mit höchstens zwei Personen belegt werden.

Auch das Haus Mühlental, ehemals eine Wohneinrichtung für Menschen mit Behinderungen, wurde angemietet und kann bis zu 85 Menschen beherbergen. Die Johanniter-Unfallhilfe wurde mit der Betreuung beauftragt und stellt unter anderem Hausbetreuer sowie Gesprächsangebote bereit. Ein Kleinbus für notwendige Fahrten und ein Hausnotrufsystem, das mit der Johanniteralarmzentrale verbunden ist, stehen ebenfalls zur Verfügung.

Die Bürger wurden über die geplante Unterbringung informiert, Proteste gibt es bisher nicht. Die Jugendherberge wurde während der Coronapandemie teilweise von einer Schule genutzt. Der DJH-Landesverband begrüßte die sinnstiftende Nutzung des Gebäudes.

"Wir hatten keine Wahl. Die Not ist offenkundig", betonte Jutta Pfannkuch, Fachbereichsleiterin für Bildung, Kultur und Ordnung. Die Stadt rechnet damit, dieses Jahr insgesamt rund 200 Geflüchtete aufzunehmen, ein Drittel davon aus der Ukraine. Syrien, Afghanistan und die Türkei gehören ebenfalls zu den Haupt-Herkunftsländern.

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